IM
UMKREIS
DER
BESTATTUNG

Skizze
praktischer Hinweise und Angaben



« Es ist zum Beispiel nicht gleichgültig für das Leben, ob einem jugendlichen Menschen oder einem älteren eine richtige Totenfeier gehalten wird. Denn diese Dinge, ob eine richtige oder eine falsche Totenfeier einem Verstorbenen gehalten wird, das heißt eine Feier, die nicht aus dem Bewusstsein heraus kommt, was ein jugendlich verstorbener Mensch ist und was ein älter Verstorbener - diese Tatsache, ob eine Totenfeier richtig oder unrichtig gemacht wird, ist für das Zusammenleben der Menschen viel wichtiger als ein Gemeinderatsbeschluss oder ein Parlamentsbeschluss, so sonderbar es klingt. Denn die Impulse, die im Leben wirken, werden aus den Menschenindividuen selber herauskommen, wenn die Menschen im richtigen Verhältnis zu der Welt der Toten stehen. Heute möchten die Menschen alles durch abstrakte Struktur der sozialen Ordnung einrichten. »
Rudolf Steiner («Erdensterben und Weltenleben ...», 5.2.1918, GA 181/3, S.65)




Liebe Freunde eines freien christlichen Weges!

Der Tod... Er steht oftmals unerwartet vor uns.
Und unerwartet ist manchmal die Frage des Freundes ihn zu bestatten - «spezifisch anthroposophisch» (so Rudolf Steiner), frei und allgemein-christlich.
Während wir für den Umgang mit dem Toten viele Hinweise und Hilfen haben, stehen wir mit der Frage eines entsprechenden freien christlichen Bestattungskultus immer noch sehr verlassen da. Ersteres eint uns auch mit dem Wirken in der Kirche «Die Christengemeinschaft», die ebenso auf die Anregungen und Gaben Rudolf Steiners zurückgreift.
Allgemein weniger ist bekannt, dass Rudolf Steiner zu allererst die Bestattungsrituale (Letzte Ölung, Aussegnung, Beerdigung) für ein freies christliches, "laien"-priesterliches Handeln des Anthroposophen vermittelt hat. Diese Sakramententexte stehen heute wieder und neu zur Verfügung. Auf diese Texte soll und kann in dieser Skizze nicht eingegangen werden;
Sie finden diese in der Broschüre «Handeln im Umkreis der Bestattung» oder im Kultus-Handbuch «Freie Sakramente...» (siehe: Die SAKRAMENTS-TEXTE ).
Aufgrund der Nachfrage sollen hier nur einige kurze Hinweise, erste Informationen skizziert werden, um eine erste Orientierung über den Umgang mit den Verstorbenen zu erhalten. Um vertieft in spezielle Fragen einzusteigen, ist auf entsprechende Literatur hingewiesen.
So hoffen wir, dass immer mehr Anthroposophen und Freie Christen den Mut und die Demut finden, um die Schwester, den Bruder angemessen über die Schwelle des Todes zu geleiten.
SEINE Liebe will und wird sich auf alle ausgießen, ob wir nun innerhalb einer spezifischen Religionsgemeinschaft oder als Anthroposophen überkonfessionell, allgemein-christlich und damit allgemein-priesterlich handeln.

Volker David Lambertz - Wahlwies, Michaeli 2001
Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft



Der Tod ist schrecklich
oder kann wenigstens schrecklich sein
für den Menschen,
solange er im Leben weilt.
Wenn der Mensch aber durch die Pforte
des Todes gegangen ist
und zurückblickt auf den Tod,
so ist der Tod das schönste Erlebnis,
das überhaupt im menschlichen Kosmos
möglich ist.

Rudolf Steiner (GA 157, S.188)







NACH DEM TOD
Skizze praktischer Hinweise zum Handeln
im Umkreis des Sterbekultus

« Man versteht den Menschen erst
- sub specie reincarnationis. »
Christian Morgenstern




SKIZZE DES WEGES DIREKT NACH DEM TODE

Der Mensch betritt, indem er durch die Todespforte geht, die geistige Welt, indem er von sich abfallen fühlt alles, was er durch die Sinne des Leibes und durch das Gehirn während des Erdenlebens an Eindrücken und an Seeleninhalten erworben hat.
Die höheren Wesensglieder des Menschen sind aus dem physischen Leib gelöst, aber weil der Astralleib (Seele) nicht wie im Tiefschlaf vom Ätherleib (Lebenskräfteleib) getrennt, sondern mit diesem noch verbunden ist, verliert der Verstorbene zunächst nicht sein Bewusstsein. Der Astralleib kann weiterhin und ohne den physischen Leib sogar viel freier im Ätherleib Bilder schaffen, durch die Bewusstsein entsteht.
Zunächst sieht er sich von einem gewaltigen, lebendigen, aber ganz emotionsfreien Bilder-PANORAMA umgeben, welches ihm ALLE ERLEBNISSE SEINES LEBENS ZUGLEICH zeigt.
Nach etwa DREI TAGEN sind diese Bilder verblasst und er hat damit seinen Lebensleib (Ätherleib) abgelegt.
Der Mensch beginnt nun in gefühlsmäßigem Erleben seine Biographie noch einmal zu durchlaufen, aber nun vom Tode ab rückwärts - RÜCKSCHAU («KAMALOKA», in der kirchlichen Tradition «Fegefeuer» benannt ) - und zwar AUS DER PERSPEKTIVE SEINER UMWELT.
Für die Zeit, die EINEM DRITTEL DES ERREICHTEN LEBENSALTERS entspricht, durchlebt er die Wirkungen seines Lebens: er fühlt jetzt selbst am eigenen Leib, was seine Mitmenschen und seine Umgebung durch sein Tun und Verhalten erlebt haben. Dadurch kann er sich ein objektives Urteil über sein Leben bilden.
Allerdings leidet er im ganzen Verlauf am Verlust seines Körpers und der an ihn gebundenen Empfindungsmöglichkeiten so sehr, wie er im Leben gewohnt war, die jetzt immer noch vorhandenen seelischen Begierden und Leidenschaften in der Befriedigung zu genießen.

Er muss nun in den ERSTEN VIER REGIONEN DIESER SEELENWELT nacheinander,
- sein Begehren nach Sinneseindrücken (1.Region),
- nach Vorstellungen und Gedanken (2.Region),
- nach Wünschen (3.Region)
- und nach Selbstgefühl (4.Region)
überwinden, insofern alle diese sich in dem physischen Organismus und dem körperlichen Dasein begründen und deshalb jetzt nicht mehr möglich sind.
Ebenso muss der Verstorbene in den DREI FOLGENDEN REGIONEN DER OBEREN SEELENWELT
- die Nichtigkeit des Bestrebens der Erhöhung seines sinnlich orientierten Wohlergehens (5.Region),
- die Wertlosigkeit der allein tatendurstigen, in der "realen" Sinnenwelt befriedigten Seelenkraft (6.Region),
- und die Schädlichkeit der Geistes-Art erfahren, die sich nur um die Vermehrung des materiellen Wohlstandes in der Welt bemüht (7.Region).
Diese "Reinigung" öffnet dem Menschen zugleich die Tore zu neuen Welten und Wesen, die er nicht wahrnehmen konnte, solange er noch mit seiner Seele (Astralleib) mit Sehnsüchten, Illusionen und Irrtümern zur Erde gewandt und in die damit verbundenen Leiden verstrickt war.
Er tritt nun in die wiederum vielschichtige GEISTWELT ein und wird dort von allen "URBILDERN" der Erde umgeben.

Hier soll der Gang des Verstorbenen für diesen kurzen Hinblick unterbrochen werden.
In der Regel sind nun einige Jahrzehnte vergangen. (Es wird aber immer mehr Menschen geben, deren jenseitiger Aufenthalt viel kürzer als die früher üblichen Jahrhunderte ist. Rudolf Steiner kündigte Anthroposophen an, dass sie sich zum Ende des 20.Jahrhunderts wieder sehen.)
Er hat nun erfahren, welche Wirkungen, im Sinne einer ethisch, göttlich-gerechten Weltordnung, das vorangegangene Erdenleben hatte. Es wird während dieses Erlebens die Sehnsucht erzeugt, das nächste Erdenleben zum Ausgleich der vorangegangenen so zu gestalten, wie es diesem Erleben entspricht, um dann mit andern karmisch verbundenen Menschenseelen und mit Wesenheiten der höhern Hierachien das kommende Erdenleben im Sinne des Karma zu gestalten.
Für die Verfolgung dieses weiteren Weges bis zur Wiedergeburt sei auf die LITERATURHINWEISE verwiesen.

( Aus u.a.: Rudolf Steiner: «Der Tod...», S.67-70, Burckhardt: «Die Erlebnisse nach dem Tod». )



ZUR AUFBAHRUNG

Idealerweise lässt man dem Verstorbenen DREI TAGE RUHE (s.o.).
Der ätherische "Bilder-Leib" ist noch auf eine zarte, empfindliche Weise mit dem physischen Leib verbunden, die durch jede Bewegung des Leichnams, vor allem durch TRANSPORT gestört wird.
Hinweise für die Aufbahrung : Nach Möglichkeit brennen KERZEN, die so aufgestellt sind, dass kein Schatten auf das Gesicht des Toten fällt. BLUMEN (keine Sonnenblumen) können auf dem Toten verwelken und liegen gelassen werden. Der sich lösende Ätherleib der reinen Blume - ohne Astralität - klingt wohltätig im Gestus mit dem weichenden Ätherleib des Verstorbenen zusammen.
Wird der Tote im Sarg aufgebahrt, bleibt dieser OFFEN und von drei Seiten zugänglich, die Kopfseite zur Wand.
Das Zimmer soll KÜHL gehalten werden (Trockeneis vom Bestattungsunternehmer).

ACHTUNG: Es gelten in den verschiedenen Bundesländern der BRD und natürlich in den verschiedenen Ländern der Europäischen Gemeinschaft verschiedene Vorschriften für die Aufbahrung; in manchen Bundesländern / Ländern ist eine Aufbahrung im eigenen Haus verboten! Erkundigen Sie sich also schon zu Lebzeiten (bei Ihrem Bestattungsunternehmen) was bei Ihnen möglich ist und wo konkret Sie aufgebahrt werden können ! (Oftmals kann man dennoch Manches möglich machen (z.B. indem der Tod nicht sofort gemeldet wird, indem der Arzt zur Todesfeststellung und dann der Bestattungsunternehmer einfach später kommen, etc....). Das gilt auch für die Möglichkeiten und Gestaltungen auf dem Friedhof, hier kann sogar jede Gemeinde andere Vorschriften im Detail erlassen ...



ZUR TOTENWACHE

stehen abseits Stühle und ein Tischchen mit dem Neuen Testament (und ggf. Kondolenzliste/-buch) im Raum.
So weit die Kräfte dafür ausreichen, kann am Sarg gelesen werden. Allerdings ist das Lesen an der Bahre kein VORLESEN, das sich auf den Verstorbenen bezieht !
In diesen drei Tagen, solange er das Lebenstableau vor sich hat, will der Verstorbene nicht angesprochen und "abgelenkt" werden.
Wir lesen nicht dem Verstorbenen vor, sondern erkraften unser eigenes Bewusstsein mit dem Evangelium, das einen Hintergrund ewigen Lebens für das "verwehende" Leben des Verstorbenen bildet. Für die verblassenden Lebensbilder seines Tableaus leuchten aus diesem Hintergrund die eigentlichen Lebens-Urbilder auf.
Andererseits können wir die Erinnerungen an sein Leben in uns aufleben lassen, denen er ja jetzt selbst im Erleben der Totalerinnerung hingegeben ist.
Das andere entscheidende Motiv für die Totenwache ist der "Schutz des Leichnams". Innerhalb der Natur und ihrer Elementarreiche ist der menschliche Leichnam etwas ganz und gar Außergewöhnliches: Er ist durch Einwohnung des Geistes verwandelte Materie. Für diese interessieren sich die Elementarwesen, sie würden sich gerne dieser "vergeistigten" Materie bemächtigen, werden aber durch die "An-Wesenheit" des lebendigen Ich-Menschen daran gehindert. Erst nach drei Tagen gehört der Leib der "Mutter Erde" und die Aussegnung kann nun ihre Wirkung voll entfalten.


ZUR AUSSEGNUNG

Nun ist der Auflösungsprozess des Ätherleibes eingetreten, das bedeutet: Das durch die Verbindung des Astralleibes mit dem Ätherleib ermöglichte Bewusstsein verdämmert. Jetzt erst, im Erlöschen des Bewusstseins, tritt der Tod in seiner vollen Wirklichkeit ein. Die Aussegnung hilft, in diese Dunkelheit eine Orientierung mitzunehmen.



FEUERBESTATTUNG ODER ERDBESTATTUNG

Für den Toten spielt dies eine untergeordnete Rolle.
Wichtig ist, dass die sterblichen Überreste wirklich der Erde übergeben werden und nicht z.B. in einem steinernen oder metallnen Behälter (Urne!) Jahrzehnte unverrottbar isoliert sind.
Bei Selbstmord wird hingegen keine Feuerbestattung gewählt.
Es wird auch nicht empfolen die Asche im Wind oder ins Meer zu verstreuen, die "Seele fühlt sich - zunächst - bezugslos und wie zerrissen."
Wenn der Verstorbene schon zu Lebzeiten ein sehr spiritueller Mensch war und sich der geistigen Welt verbunden hat, braucht er nicht mehr besonders den physischen Leib um sich daran zu orientieren, im Gegensatz zum Materialisten, bei dem nur der physische Körper zählte, er wird noch länger "daran kleben".

Der Leib und die Erde
Eine andere Perspektive ist die, was der tote Leib für "Mutter Erde" bedeutet.
Was macht denn die Erde mit den sterblichen Überresten?
Der Mensch - als geistbegabtes Wesen - ist für die Erde etwas ganz besonderes!
Sein Leib ist die einzige Materie die durch den Geist (das ICH des Menschen) ergriffen, verwandelt wird.
Diese Kräfte kann die Erde nun aufnehmen, verarbeiten und damit wird die Erdenmaterie in besonderer Weise vergeistigt, es ist wie eine Kommunion.
Dieser Aufnahme-Prozess durch die Elementarwesen, den Geist der "Mutter Erde", wird durch das langsame Verwesen bei der Erdbestattung besonders begünstigt.
(Noch idealer ist in dieser Hinsicht, wenn der Körper in Tüchern und nicht im Sarg - wie auch bei den Muslimen und Juden - bestattet wird, denn der Sarg ist wiederum ein mechanisches Hindernis, dass die Erdkräfte am Zerfall des Leichnams mitwirken können; bis der Sarg endlich auch vermodert, ist der Leib schon sehr zerfallen, sodass die Erdenkräfte erst viel später als bei der Tuchbestattung eingreifen können.) (In vielen Friedhofssatzungen ist aber der "Sargzwang" noch nicht aufgehoben!)
Eine Feuerbestattung zerstäubt den Leib rasend schnell, die "Erdenstoffe" des Vestorbenen, die in der Asche die übrigbleiben, sind auf ein Mindestmaß reduziert, die - im Lebensbereich des Menschen ansonsten nicht vorkommende - Hitze (zwischen 1-2000 Grad) hat alles Lebendige und Erdenhafte herausgetrieben, zerstäubt... (Abgesehen davon, welche Elementargeister durch die technische Art der Verbrennung frei werden, bzw. sich an die Materie heften...)
Das ist eine Perspektive, die nun nicht als Ideal-Maßstab angesehen werden darf! Jeder Mensch muss die ihm gemäße Form finden und bestimmen!!



DAS VORLESEN

Nach den drei Tagen, nach der Bestattung kann nun die "aktive Arbeit" einsetzen. Rudolf Steiner gibt dafür konkrete Ratschläge, Übungen und Meditationen.
(Siehe z.B. die Sprüche im folgenden Kapitel «Wortlaute und Sprüche Rudolf Steiners zur Begleitung des Toten».)
Das Verlebendigen der Erinnerungen, das Heraufrufen bestimmter mit dem Verstorbenen durchlebten Situationen, das Vergegenwärtigen seiner Bewegungen, seiner Gesichtszüge, seiner Stimme und Sprache, vielleicht auch bestimmter von ihm gebrauchter Worte und Wortwendungen schafft die Voraussetzung für das Vorlesen. Das Vorlesen geschieht so, als ob man den Toten vor sich hätte. « Man liest dann nicht laut vor, sondern verfolgt mit Aufmerksamkeit die Gedanken, immer mit dem Gedanken an den Toten: der Tote steht vor mir. .. Man braucht kein Buch zu haben, aber man darf nicht in abstrakter Weise denken, sondern muss tatsächlich jeden Gedanken lebendig durchdenken: .. Dieses Vorlesen kann zu jeder Zeit geschehen. ... Oberfläche genügt nicht. Wort für Wort muss man die Sachen durchgehen, wie wenn man es innerlich aufsagen würde. ...
Und es ist auch nicht richtig, wenn man glaubt, dass solches Vorlesen nur denjenigen nützlich sein kann, welche der Geisteswissenschaft im Leben nahe getreten sind. »
(Rudolf Steiner, «Okkulte Untersuchungen über das Leben zwischen Tod und neuer Geburt», 10.10.1913, GA 140.)

Die spirituellen Seeleninhalte bilden eine geistig-seelische Nahrung für die Toten.
Allerdings kann dies nur dort geschehen, wo der Tote in irgendeinem Zusammenhang, einer persönlichen Begegnung und gegenseitiger Wahrnehmung mit dem Vorlesenden gestanden hat.
Die Muttersprache ist dem Toten in der Zeit des Rückwärtserlebens seines Erdenlebens, also während eines Drittels der Lebenszeit, noch vertraut.




DIE ORGANISATION DER BESTATTUNG

sollte natürlich möglichst schon zu Lebzeiten mit einem BESTATTUNGSUNTERNEHMER besprochen und festgelegt werden ! Von diesem sind auch die je nach (Bundes-) Land und Stadt, bzw. Friedhofsbesitzer verschiedenen Vorschriften und Möglichkeiten zur Bestattung (z.B. Frage Sargzwang) zu erfahren.

( Diese Hinweise sind vor allem aus «Das Handeln im Umkreis des Todes» von Debus & Kacer angeführt/zitiert. )






HINWEISE UND WORTLAUTE UND SPRÜCHE
RUDOLF STEINERS
ZUR BEGLEITUNG DES TOTEN

Eine Auswahl für die Zeit nach der Bestattung,
s.u.a. in «Der Tod die andere Seite des Lebens»


« Es ist beim Übertritt eines uns lieben Menschen in die andern Welten ganz besonders wichtig, dass wir unsere Gedanken und Gefühle zu ihm senden, ohne dass wir die Vorstellung aufkommen lassen, als wollten wir ihn zurückhaben. Dies Letztere erschwert dem Hingegangenen das Dasein in der Sphäre, in die er einzutreten hat. Nicht das Leid, das wir haben sondern die Liebe, die wir ihm geben, sollen wir in seine Welten senden. ... Werden Sie ganz still in sich dreimal des Tages, wovon das eine Mal unmittelbar am Abend vor dem Einschlafen sein soll, so dass Sie die Gedanken selbst mit hinübernehem in die geistige Welt. Am besten ist es Sie schlafen mit den Gedanken ein :

Meine Liebe sei den Hüllen,
Die dich jetzt umgeben -
Kühlend alle Wärme,
Wärmend alle Kälte -
Opfernd einverwoben!
Lebe liebgetragen,
Licht beschenkt nach oben!

Es kommt darauf an, dass Sie bei den Worten "Wärme" und "Kälte" die richtigen Gefühle haben. Es sind nicht physische "Wärme" und "Kälte" gemeint, sondern etwas von Gefühlswärme und Gefühlskälte ... Dieses Nichthaben der physischen Organe gleicht - aber eben gleicht nur - dem Gefühle des brennenden Durstes ins Seelische übertragen. .. Und ebenso ist es mit dem, wonach unser Wille verlangt, es zu tun. Er ist gewohnt, sich physischer Organe zu bedienen und hat sie nicht mehr. Diese "Entbehrung" kommt einem seelischen Kältegefühl gleich. Gerade diesen Gefühlen gegenüber können die Lebenden helfend eingreifen. »

(Aus einem Brief Rudolf Steiners, 31.12.1905 an Paula Stryczek (s.u.a. GA 264) )




Durch des Todes Pforte will ich folgen
Treulich deiner Seele in des Geistes
Licht-erzeugende Zeitenorte,
Liebend dir mildern Geisteskälte,
Wissend dir ordnen Geisteslicht,
Denkend bei dir will weilen ich,
Dämpfend dir sengende Weltenwärme.

(Rudolf Steiner, für Gertrud Noss, Februar 1915 (s.u.a. GA 261))


Meine Seele folge dir in Geistgebiete,
Folge dir mit jener Liebe,
Die sie hegen durfte im Erdgebiete,
Als mein Auge dich noch schaute,
Lindre dir Wärme, lindre dir Kälte,
Und so leben wir vereint
Ungetrennt durch Geistestore.

(Rudolf Steiner, für Gertrud Noss, Februar 1915 (s.u.a. GA 261))


Es strebe zu dir meiner Seele Liebe,
Es stöme zu dir meiner Liebe Sinn.
Sie mögen dich tragen,
Sie mögen dich halten
In Hoffnungshöhen,
In Liebessphären.

(Rudolf Steiner (s.u.a. GA 261))


Herzensliebe dringe zu Seelenliebe,
Liebewärme strahle zu Geisteslicht.
So nah' ich mich dir,
Denkend mit dir Geistgedanken,
Fühlend in dir Weltenliebe,
Geistig-wollend durch dich
Eins-Erleben seiend weben.

(Rudolf Steiner, für Rudolf Hahn anlässlich des Todes seiner Frau Marie Hahn, (s.u.a. GA 261))


Die ihr wachet über Sphären-Seelen,
Die ihr webet an den Sphären-Seelen,
Geister, die ihr über Seelenmenschen schützend
Aus der Weltenweisheit liebend wirkt:
Höret unsre Bitte, schauet unsre Liebe,
Die mit euren helfenden Kräfteströmen sich
Einen möchten, geist-erahnend, liebestrahlend.

(Rudolf Steiner, Berlin, 22.1.1918 (s.u.a. GA 181))


Deine Seelenaugen mögen schauen
In meiner Gedanken tiefere Kraft
Es ist so mein Wille.
Möge er treffen deinen Willen
In der Kraft es Vaters
In der Gnade des Christus
In dem Lichte des Geistes.

(Rudolf Steiner, an W.Scott Pyle nach dem Tode von Edith Maryon,
Meditation zur Verbindung mit dem Toten.)


Warum suchst du mich im Tale,
Der ich auf den Höhen weile ?
Komm herauf, dass ich die Schale
Meines Lebens mit dir teile !

Ach, ich kann nicht weiterschweben
Zu des Sonnenthrones Stufen,
Wenn mich deiner Klage Beben
Wegverschüttend erdwärts rufen.

Doch es führt kein Steg hinunter,
Und so muss ich doppelt leiden.
Komm, vollbringe du das Wunder,
Mach uns frei für Geistesweiten !

Lass in liebendem Verzichte
Helfend uns zur Höhe bauen,
Dass, umströmt vom ewigen Lichte,
Gottes Strahlenaug' wir schauen.

(Friedrich Doldinger)







D A T E N
der Sterberitualien :


LETZTE ÖLUNG
Das Sakrament der Letzten Ölung wurde nicht mehr von frei christlich Engagierte erfragt und wurde erst im Zyklus über christlich-religiöses Wirken gegeben.
TEXT siehe : GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217.

Aussegnung / Bestattung
Dieses Ritual vollzog Hugo Schuster erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof. Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte (GA 261 [1984], S.225, GA 342 [1993], S.250).
TEXT siehe : GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523.

Kinderbegräbnis
Auch dieses Ritual wurde erst später im März 1923 vermittelt.
TEXT siehe (handschriftliches Original - Faksimile) : GA 345 (1994), S.128-141.
Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584.

Totenhandlung
So auch der Einschub für eine Totenhandlung, der erst im März 1923 in den «Vorträgen über christlich-religiöses Wirken» formuliert wurde.
TEXT siehe (handschriftliches Original - Faksimile) : GA 345 (1994), S.142-145.
Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524.



ALLE DIESE SAKRAMENTE FINDEN SICH IM KULTUS-HANDBUCH,
siehe:
Die SAKRAMENTS-TEXTE
zu Hugo Schuster siehe:
Personenregister




L I T E R A T U R
über den Tod
und die Begleitung der Verstorbenen

Ausführlich finden sich die Fragen in folgender Literatur behandelt:

WIR UND UNSERE TOTEN
Arie Boogert, Verlag Urachhaus, ISBN 3-87838-997-3
( umfassend, aber nur kurz zum Kultus selbst )
DER TOD - die andere Seite des Lebens
Wortlaute und Sprüche Rudolf Steiners
Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-5241-2
DER WEG DER SEELE NACH DEM TOD
Arie Boogert, Verlag Urachhaus, ISBN 3-8251-7486-7
( eine Gesamtschau vom Tod zum nächsten Leben)
DIE ERLEBNISSE NACH DEM TOD
Martin Burckhardt, Edition Verlag Die Pforte
ISBN 3-85636-118-9
( Darstellung des nachtodlichen Ganges bis zur Wiedergeburt )
DAS EREIGNIS DES TODES
- Zum Umkreis der Bestattung
Johannes Lenz, Verlag Urachhaus, ISBN 3-87838-4939
( Erläuterung des Sterbekultus, insbesondere bezüglich der kirchlichen Handhabung der «Christengemeinschaft» )
DEN TOD ALS FREUND ERLEBEN LERNEN
Ursula Hausen, Verlag Urachhaus, ISBN 3-8251-7436-0
STUNDE DES TODES - STUNDE DER GEBURT
Georg Dreißig, Verlag Urachhaus, ISBN 3-8251-7266-X


Sie können diese Texte auch in der Print-Broschüre:
«Handeln im Umkreis der Bestattung» ( = mit den Sakramentstexten ),
oder
«Im Umkreis der Bestattung» ( = ohne die Sakramentstexte )
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