Ein Einzelner hilft nicht,
sondern wer sich mit Vielen
zur rechten Stunde vereinigt.

Goethe









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«Nehmen Sie auch so etwas (wie die Kultushandlungen) als einen Anfang hin, und wissen Sie, dass da, wo man in ehrlicher Weise einen solchen Anfang will, sich schon auch die Kräfte finden werden zur Verbesserung desjenigen, was in einem solchen Anfange gegeben werden kann. ... Es wird Ihnen aber gerade an diesem Beispiel klar sein können, wie überall eben aus dem Lebendigen heraus das Kultusartige gesucht werden muss. ... Etwas Prinzipielles kann es im Leben der Welt überhaupt nicht geben, sondern es kann nur das sich in Leben Wandelnde geben. Das darf man nicht als eine Inkonsequenz betrachten, sondern als eine Forderung des Lebens selbst.»
(Rudolf Steiner, 4.10.1921, vormittags, GA 269)


«Sie müssen ja bedenken, meine lieben Freunde, dass dies nicht bloß sein soll eine Verbesserung, die dann von manchem vielleicht als eine Verschlimm-Besserung aufgefasst werden könnte, sondern dass dies zusammenhängt mit der ganzen Entwicklung.
Ich habe ja oftmals unter Ihnen betont, dass derjenige, der in der Realität lebt und nicht in Ideen, die Realität der Zeit ganz besonders anerkennen muss. Die Zeit ist eine Realität. Allein, es ist schwer, Verständnis hervorzurufen für die Zeit als Realität. Es gibt heute noch Leute, die mit denselben Sätzen die Dreigliederung des sozialen Organismus vertreten, wie ich sie vertreten habe aus den Zeitverhältnissen heraus 1919. Ja, die Geschichte schreitet jetzt so schnell vor, dass es eigentlich einem vorkommt: Wenn heute ( 1923 !! ) einer die Dinge in derselben Weise vertritt, mit der man sie 1919 vertreten hat, man da um Jahrhunderte zurückgeblieben ist.»
(Rudolf Steiner, 31.12.1923)








Es ist jetzt unsere Aufgabe,
eine christliche Infrastruktur
zu gründen ...

(Gekürztes Interview von Ramon Brüll mit Bernard Lievegoed
in der Zeitschrift «INFO-3», 11/90)

Lievegoed: ... Und jetzt haben wir erneut eine Chance. Und ich meine, lasst uns bloß alle mitwirken, damit diese Chance nicht erneut vom Tisch gefegt wird. ...
Brüll: Darüber sind wir uns einig! Bloß warum passierte das so plötzlich. War das der Zeitgeist?
Lievegoed: Ein letztes Mal, wo der Zeitgeist noch direkt in die Geschichte eingriff, war durch Jeanne d'Arc. Der Zeitgeist Michael bediente sich eines einzelnen Menschen. Heute kann das so nicht mehr stattfinden. Wenn wir aber mit Überschusskräften und Begeisterung im Leben stehen, kann Michael durch diesen Überschuss, durch dieses Mehr wirksam werden.
Wir müssen selbst den Anfang machen. Michael wartet ab. Sobald man aber Mut fasst und etwas anfängt, dann hilft er.
Brüll: Der Anfang, die Tat, muss natürlich schon im richtigen Moment sein.
Lievegoed: Genau das ist ein wichtiger Punkt. Manche Menschen warten nur auf den Anlass, und wollen dann gleich alles und sofort. Auch Anthroposophen. Das kommt, weil sie zu wenig in Entwicklungen denken. ...
Aber der Weg dorthin? Dann kommt die Entwicklung, welche mit der Hoffnung endet: «Dass gut werde, was wir aus Herzen gründen». Das Gute ist gemeint, nicht das Richtige. Die Wahrheit, das Richtige zu finden, das ist die Aufgabe der Verstandesseele. Sie hatte zur Aufgabe, richtige Antworten zu finden. Die Bewusstseinsseele jedoch hat zur Aufgabe, das Gute zu tun. ... Angewandte Anthroposophie, "die richtige Methode", das ist sektiererisch. Nein, da muss man sich noch zu einer zweiten Phase durchringen, einer Phase, in der man tiefer eindringen kann, die esoterische Phase, wo Begriffe Wesen werden, die selber handeln. Dieses letzte Handeln nennt Rudolf Steiner die dritte Phase oder die moralische Phase, wo man im Einklang mit dem Zeitgeist handelt. Diese moralische Handlung ist unser höchstes Ideal, das Gute zu tun. ...
Damit komme ich zu einem weiteren zentralen Thema in meinem Leben. Wann ist eine Situation wahrhaftig? - Wenn jemand etwas erzählt, was er sich erarbeitet hat, wenn er große Schemata entwirft, wie die Welt aussehen sollte, nachdem die Dreigliederung eingeführt sein wird? Solche Darstellungen können richtig sein. Sie sind aber erst wahr, wenn die betroffenen Menschen sich begegnen auf der Ebene, auf der sie wirklich stehen. ...
Wenn man sozial sein will, muss man also auch den Mut haben, dem Widerstand der Wirklichkeit zu begegnen. ...
Brüll: Haben Sie solche Momente in Ihrem eigenen Leben auch bemerkt?
Lievegoed: Selbstverständlich gerätst du hinein und hast zum Beispiel etwas erkannt, das du gleich am nächsten Tag besprechen und dann ausführen willst. Also das Richtige, aber nicht das Gute. .. Das ist Luzifer!
In normalen Zeiten wirken Luzifer und Ahriman gegeneinander. Bei der Jahrtausendwende, also in dem Rhythmus 10 x 10 x 10, arbeiten sie zusammen und versuchen die Menschen vollends in den Griff zu bekommen. ...
Auch hier war es die Lichtaura der christlichen Eingeweihten, die die Dämonen in die Flucht trieb. Nun rechne ich mir aus, die nächste Runde wird 1950 bis 2050 sein. Bis zur Jahrtausendwende wird sich das alles in Asien abspielen, danach kommen sie in irgendeiner Form nach Westen. ...
Und ich füge selber hinzu: das wird davon abhängen, ob Europa genügend christliches Licht ausstrahlt. Die ersten Symptome sind bereits da. ...
Das Entscheidende wird die geistige Situation in Europa sein!
Unsere Aufgabe ist es daher, hier eine christliche Infrastruktur aufzubauen. ..
Wenn uns das gelingt, dann werden die Dämonen nicht hierher wollen, oder wenn sie dann doch kommen, dann werden sie zurückgeschreckt. Es ist unsere Aufgabe als Anthroposophen, diese christliche Infrastruktur zu bilden, damit die Atmosphäre mit einem christlichen Licht durchstrahlt wird.
Dieses können wir nicht sehen, aber es schreckt die Dämonen ab. Kanonen werden sie nicht aufhalten können, wohl aber eine christliche Infrastruktur. ..
Meine Bestrebung gilt seit den 50er-Jahren, diese Infrastruktur aufzubauen. Denken Sie aber bloß nicht, dass damit nur Kirchen und Schulen gemeint sind. Nein, das kann auch eine Fabrik sein, in der vielleicht drei oder vier Menschen tätig sind, die etwas verstanden haben von dem, was Anthroposophie will. ...
Rudolf Steiner hat, wenn er über die Zukunft sprach, immer über mögliche Entwicklungen gesprochen. Es liegt in der Freiheit des Menschen, das Eine oder das Andere heraufzurufen. Ich wiederhole:
Es ist jetzt unsere Aufgabe in Europa, eine christliche Infrastruktur zu gründen: überall kleine und größere Einrichtungen zu schaffen, wo intensiv geistig geübt und gearbeitet wird. Dann haben wir die Grundlage geschaffen für unsere Zukunft in dem großen Geisteskampf, worin wir stehen. ...
Das ist meine große Sorge, ob das gelingen wird. ...








ER bahnte einen neuen Weg
- darum, und nur darum hatte er den Mut,
weiterzugehen und nicht zu fragen,
ob andere folgten oder auch nur verstanden.
Er hatte kein Bedürfnis
nach dem Schutz gegen Lächerlichkeit,
den andere in geteilter Verantwortung suchen,
- weil er einen Glauben besaß,
der auf Bestätigung verzichtete.

Vor Dir
in Demut,
mit Dir
in Treue,
in Dir
in Stille.


(Dag Hammarskjöld)






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