DER
S T E R B E K U L T U S





DAS SAKRAMENT DER
LETZTEN ÖLUNG

Leidet jemand unter euch, der bete ...
Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde,
dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn.
Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten.
Jak.5, 13 ff.



So wie sich die Sterbeweihe in drei Schritten entfaltet,
so auch die Letzte Ölung:

Sie beginnt mit der Lebensschau (Beichte),
geht über zur Kommunion

- wenn möglich der ganzen Opferfeier
(wenn nur die Kommunion erteilt werden kann, muss eine sinnvolle Kürzung der Opferfeier bedacht werden,
je weniger gekürzt werden muss, desto besser) -
und erfüllt sich in der Ölung selbst.


(Man kann * mit der Bekreuzigung (Sonnenkreuz) beginnen
und spricht dazu:)

Im Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.


(und dann anmerken:)

Wir hören das Hohepriesterliche Gebet aus
(dem Evangelium des) Johannes, im 17. Kap. :

Jesus versetzte sich in die Geistesschau
und sprach:
Väterlicher Weltengrund:
lasse offenbar werden Deines Sohnes Schaffen,
damit durch Deines Sohnes Schaffen
auch Du offenbar werdest.

Du hast Ihn zum Schaffenden gemacht
in allen fleischlichen Menschenleibern,
dass Er in die Zukunft lebend führe alle,
die durch Dich zu Ihm kamen.

Sie werden in der Zukunft leben dadurch,
dass ihr Seelenauge bereitet ist,
Dich zu schauen
als den wahrhaft Einigen Weltengrund
und den schaffenden Christus Jesus,
den Du zu ihnen gesandt hast.

Durch mich wurdest Du im Erdensein
wieder offenbar,
als die Erde Deine Offenbarung umwölkte.


Solches war Dein Wille,
der durch mich wirkte.

So auch, väterlicher Weltengrund,
lasse jetzt erstrahlen die Offenbarung,
die durch mich schon ward,
ehe Du in der Erdenwelt offenbar wurdest.

Durch mich ward das Wort,
das Dich offenbart,
in Menschenseelen offenbar,
die durch Dich zu mir kamen.
Du warst in ihnen,
durch Dich kamen sie zu mir,
und sie haben in sich genommen
die Erkenntnis von Dir.

Von ihnen ward erkannt,
dass, was ich zu ihnen sprach,
von Dir durch mich
zu ihnen gesprochen ward.

Väterlicher Weltengrund,
das erflehe ich,
dass sie,
die durch mich zu Dir gekommen sind,
immer sein mögen lebend bei Dir,
wie ich bei Dir bin,
und dass sie da schauen Deine Offenbarung,
die Du liebend vor mir erstrahlen ließest,
bevor die Erde noch war.

Durch mich ward offenbar das Wort,
das Dich offenbart,
und ich will tragen dies Wort
in Menschenseelen,
auf dass die Liebe, mit der Du mich liebest,
in ihnen sich bewahre,
und so auch mein ewiges Leben
ihr Leben ewig bewahre.


(Ein Helfer - ansonsten der Handlungshaltende - spricht:)

Ja, so sei es.





(Dann folgt die )


Die Heilige Ölung


(Dann wird das Öl mit dem Daumen und Zeigefinger
der rechten Hand genommen und die Worte gesprochen:)

In dem heilenden Öle,
Das außer deinem Leibe
Den Geist in die Höhen trägt,
Erfühle dich lebend-webend.

(Mit dem Öl wird über dem rechten Auge ein Kreuz gezeichnet.)


(Ein Helfer - ansonsten der Handlungshaltende - spricht:)

Ja, so sei es.


(Der Handlungshaltende spricht weiter: )

Christi Segen empfange
als lebentragende Kraft.
In ihr weset das Leben,
Das alles Tote besiegt.

(Mit dem Öl wird über dem linken Auge ein Kreuz gezeichnet.)


(Ein Helfer - ansonsten der Handlungshaltende - spricht:)

Ja, so sei es.


(Der Handlungshaltende spricht weiter: )

Christi starkes Seelenleben
Führet im schwachen Leibe
Von Dasein zu Dasein
Durch alle Weltenkreise.

(Mit dem Öl wird auf die Stirn, zwischen den Augen aber oben,
ein Kreuz gezeichnet.
[ Insgesamt ergibt sich damit ein Dreieck.] )


(Ein Helfer - ansonsten der Handlungshaltende - spricht:)

Ja, so sei es.


(Der Handlungshaltende spricht weiter: )

Vater unser,
der Du bist in den Himmeln,
Geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
Und vergib uns unsere Schulden,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein
ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
- in Ewigkeit.
Amen!














____________________________________________________

Original Rudolf Steiner.


Siehe Text u.a. auch:
GA 344 (1994), 21.9.1922 , S.214-217, handschriftlicher Urtext.

Hohepriesterliches Gebet: GA 269 (1997), S.84-86 / 231, handschriftlicher Text.

Handlungsanweisungen sinngemäß Steiners und gemäß der aktuellen Praxis: FCAG.

Es wird reines Olivenöl (ideal aus drittem Erntejahr, erste Pressung) verwendet.
Die Substanz wird zuvor geweiht.












DIE AUSSEGNUNG



Ritual am Totenbett zu Hause
bzw. Aufbahrungsraum / in der Aussegnungshalle / Kirche


(Musik)


In die Ruhe des Seelenseins
Wandert die Seele unseres lieben
Entschlafenen.
In das Licht der Geisteswelt
Tritt der Geist unseres lieben Entschlafenen.
Ewiger Geist, der Du bist mit ihm,
Ewiger Geist, der Du bist mit uns,
Erfülle unsere Seelen.
Christus, der Du bist in uns,
Christus, der Du bist in ihm,
Erfülle unsere Gedanken.

Vater unser,
der Du bist in den Himmeln,
Geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute,
Und vergib uns unsere Schulden,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen. /

Lasse ihn finden, ewiger Geist,
Die Kraft des Lebens im Seelenlichte,
Lasse ihn weben in Deinem Weltenwillen.

Erhöre, ewiger Geist,
Deines Dieners Denken,
Das sich erhebt zu Dir.

Der Geist erfülle die Herzen der Anwesenden.
Die Anwesenden senden ihre Gedanken
aus dem Reich des Irdischen
Aus dem unser lieber
Vor- und Zuname
scheidet,

Hin in das Reich des Grenzenlosen,
Des außerzeitlichen Weltenseins,
In das er nun eintritt,
Zu leben in der Kraft des Willens,
Der in Christus
der Menschheit die Ewigkeit
hat erringen können,
Der für die Menschheit das Seelenauge erschlossen hat
Zu schauen die Welt des ewigen Seins.

In die Ruhe des Seelenseins
Wandert die Seele des lieben
Vor- und Zuname
In das Licht der Geisteswelt,
Tritt der Geist des lieben
Vor- und Zuname


(Besprengung des Sarges mit Weihwasser)


( Es folgt ggf. direkt das Begräbnisritual. wenn die Aussegnung vorher nicht möglich war.
Allerdings ist zu bedenken, dass der Text dann sehr lange ist;
wenn irgend möglich sollte eine kurze Zeit für eine extra Aussegnung vorher gefunden werden.)



(Die Trauergemeinde geht dazu vom Aussegnungsraum [Kapelle] zum Grab. )










________________________________________________________

Original Rudolf Steiner,
1919 an Hugo Schuster gegeben.

Rudolf Steiners Text ist hier in (Klammern) um die feminine Form ergänzt.

Handlungsanweisungen sinngemäß R. Steiners und gemäß der aktuellen Praxis: FCAG.

Siehe Text u.a. auch:
GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S. 520-521.

Das Weihwasser wird zuvor geweiht. Siehe Kap. «Zur Weihe der Substanzen».


Ggf. beginnt und/oder endet man mit der Bekreuzigung (siehe Letzte Ölung) (FCAG) :

Der Vatergott, sei in uns. / Im Namen des Vaters
Der Christus, schaffe in uns. / Und des Sohnes
Der Geistgott, erleuchte uns. / Und des Heiligen Geistes.

Dabei dreifache Bekreuzigung:
Rosen-/Sonnenkreuz = senkrechte Linie, waagrechte Linie, Kreis, Haupt und Brustraum umfassend
bzw. über den Sterbenden bzw. in den Raum hinein.











DAS BEGRÄBNIS

Zeremonie am Grab
oder an der Verbrennungsstätte



(Ggf. Ansprachen anderer / ggf. Musik)


(Es wird über dem Sarg groß das Kreuz gezeichnet
- erst waagrechter dann senkrechter Balkenzug -,
dann wird gesprochen: )

An der Stätte, da wir vereinen
Dein Sterbliches
dem vergänglichen Wesen der Elemente,
Erheben sich unsere Gedanken
zu dem Ort deiner Seele,
Im Offenbaren
des Vaters (Kreuzeszeichen),
des Sohnes (Kreuzeszeichen)
und des Heiligen Geistes (Kreuzeszeichen) .
Amen.

Ewiger Geist,
In dessen Willen die Seelen weben,
Erfasse Deines Dieners Seelenweben
Und lasse ihn erfahren
das Geistsein der Geister
Durch des Christus Kraft,
Der da sei in ihm,
Der da sei in uns.

Ich bin die Wiedergeburt im Tode,
Ich bin das Leben im Sterben,
So spricht Christus,
Der da sei in uns.
Wer m i c h erfühlet in sich,
Der lebet,
Auch wenn er stirbt;
Wer m i c h in seine Gedanken aufnimmt,
Der geht durch die Zeit in das Zeitlose.

Ewiger Geist,
Schaue auf uns.
Christus in uns.

(Es kann eine TRAUERANSPRACHE gehalten werden.)

Vater unser,
der Du bist in den Himmeln,
Geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
Und vergib uns unsere Schulden,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Amen!

Lasse ihn finden, ewiger Geist,
Die Kraft des Lebens im Seelenlichte.
Lasse ihn weben in Deinem Weltenwillen.
Erhöre, ewiger Geist,
Deines Dieners Denken,
Das sich erhebt zu Dir.

Der Geist erfülle die Herzen der Anwesenden.
Die Anwesenden senden ihre Gedanken
Aus dem Reich des Irdischen,
Aus dem der liebe
Vor- und Zuname

scheidet,
Hin in das Reich,
In das er tritt,
Und wo die Liebe des Geistes webet
Dem seligen Geiste das Seelenauge
Zu schauen der Geister Welt.
Da
schaue er des Geistes Sein,
Da wirke er im Reich,
Dem er geneigt
Seine Gedanken,
Als dem Reich,
Das seine Seele
Nannte seine Heimat.
Durch Christum, der da sei in ihm.
Dahin
folgen ihm unsere Gedanken
Wo er wirket als Geist unter Geistern.
Durch Christum, der da sei in ihm.
Amen.

(Besprengung des Sarges mit Weihwasser.)

Mit dem Atem des Lichtes sei durchdrungen
Diese Seele von dem dreieinigen Geiste -
dem Vater (Kreuzeszeichen) ,
dem Sohne (Kreuzeszeichen) ,
und dem Heiligen Geiste (Kreuzeszeichen) .
Amen.

Ewiger Geist, lasse ihm werden
Die Ruhe des Seelenseins;
Das Licht der Geisteswelt leuchte ihm.

(Über den Sarg wird - rechts, links, Mitte - Weihrauch ergossen.)


Bedenke, o Mensch,
Dass du dem Geiste verpflichtet bist
Für alles, was du vollbringst
In Gedanken, Worten und im Tun.

Mögest du finden, ewige Seele,
Im Tode die Wiedergeburt
durch die Kraft Christi,
Der durch seinen Tod überwunden hat
Der Menschen Seelentod;
Möge dir werden Seine Kraft,
Indem du trittst aus dem Irdischen
ins Geistige.
Amen.

Ewiger Geist,
Lasse ihm werden
die Ruhe des Seelenseins.
Das Licht der Geisteswelt leuchte ihm.

Amen.

(Der Sarg wird versenkt bzw. zur Verbrennung verbracht.)









________________________________________________________

Original Rudolf Steiner,
1918/19 an Hugo Schuster gegeben.
Handlungsanweisungen sinngemäß Steiners und gemäß der aktuellen Praxis: FCAG.

Auch wenn Rudolf Steiner die maskuline Form verwendet, gilt alles auch für das andere Geschlecht!!

Siehe Text u.a. auch:
GA 343 (1993), 8.10.1921, S. 521-523.

Das Weihwasser wird zuvor geweiht.

Zur Benutzung von Weihrauch und Weihwasser:
Notfalls kann in der Aussegnung und der Bestattung auf die Substanzen Weihwasser und Weihrauch verzichtet werden,
im Text selbst wird kein Bezug auf sie genommen.

Das Begräbnis finden ab drei Tage nach dem Tode statt.

Wenn nicht anders möglich, können Aussegnungs- und Begräbnissritual zusammen gehalten werden.
Ggf. kann dann das Vaterunser einmal ausgelassen werden um nicht doppelt - in der Aussegnung und dem Begräbnis - vorzukommen.















DAS KINDER-BEGRÄBNIS

Zeremonie am Grab
oder an der Verbrennungsstätte




(Beräucherung des Sarges)

Zu Dir, o ewiger Weltengrund,
o väterlicher Urheber
aller sterblichen Menschenwesen,
Erheben sich in Ergebung
unsere leiderfüllten Seelen.

Du hast uns unser Söhnchen (Töchterchen *)
zur Freude unserer Herzen
aus Deinen Lichtesreichen
In unser Erdenhaus geschickt;
Du hast es wieder entrückt in Deine Wohnung,
Ehe es des Menschen Erdenbahn
mit eigner Kraft beschritten.

Wir stehen in Trauer
und suchen Trost bei Dir;
Stärke unsere Seelen durch Deine Gotteskraft.

Unser lieber Vorname

wird unserem Erdenauge unsichtbar sein.
Kräftige unser Geistesauge,
auf dass wir ihn
schauen unter denen,
die bei Dir sind.
Deine Gnade sei Balsam unseres Leides.
Dein Hoffnungsstrahl falle auf unsere Tränen.

Er spricht zu uns:
Wir werden unseren lieben Vorname
bei Dir wieder finden.

(Beräucherung des Sarges,
dann wird etwas Asche auf den Sarg gestreut.)

Fallende Asche,
Tote Erde ergreift den Tod
Des Lebenden.
Lebende Erde wird einst quellen
Aus des Lebenden
Zerstäubendem
Stoffe.

So bekennen wir
Und des Rauches Kraft
Trage unser Bekenntnis
In des Geistes
Vaterreiche.


(Hier folgt ggf. die TROSTANSPRACHE . )


Zu Dir,
Christus in uns,
liebeschenkender Menschentröster,
Unsterblicher Bruder
der sterblichen Menschen,
Wenden sich hilfeflehend
unsere leiderfüllten Seelen.
Du hast mit uns unser Söhnchen
mitfühlend als unsere Freude
auf Erden empfangen
Und bist eingekehrt in sein Herz;

Du wirst es geleiten zum Geistestor,
Dass es finde den Weg
ohne der Erdenreife Ende.

Wir stehen schmerzerfüllt
und suchen Deine Kraft.
Wir fühlen Dich in unserer trauernden Seele.
Unser lieber Vorname
wird unseren Erdenwegen ferne sein,
Erwärme unseren Seelengrund, auf dass wir,
ihn erinnernd,
seine Gegenwart
fühlen in Deiner Gegenwart.
Deine Liebe sei die Stütze
unseres verarmten Gemütes.
Dein Erdentod scheine auf
unseren Toten.

Er spricht zu uns:
Unseres lieben Vorname Seele
ist unter den in Christo Lebenden.


(Wieder Beräucherung des Sarges;
dann werden einige Tropfen Wasser auf den Sarg gespritzt.)


Weckendes Wasser,
Wachstums Kräfte ergreifen die Seele
des Toten.
Tote Kräfte werden ergeistet
In des Toten
Geistwärts dringenden
Seele.

So bekennen wir
Und des Rauches Kraft
Vereine unser Bekenntnis
Mit des Christus
Kraft in uns.

Zu Dir, o Weltengeist,
menschenseelenweckender,
Lichterstrahlender im Weltendunkel,
Schauen wir hoffnungsvoll
als verlassene Seelen.

Du wirst unser Söhnchen geistweckend vom
Erdenschlafe zum Geisteswachen führen,
Dir gehöret seine junge Erdenwesenheit;
Du wirst ein helles Flämmchen machen
aus ihm,
dass er leuchte im Weltengeistesreich.
Wir stehen, des Flämmchens entbehrend,
das bei uns war,
Und suchen Deine Wärmeweckende Kraft.
Wir fühlen uns in Deinem grenzenlosen
Hoffungslicht.
Unseren lieben Vorname
werden wir bei Dir wissen.
Erleuchte unser Seelenauge, dass es ahne
Ihn in Deinen Strahlen,
In Deinem Geistes-Sternen-Reich.
Dein Licht leuchte
über unsere ewige Gemeinschaft
Mit unserem lieben Toten.

Er spricht zu uns:
Unseres lieben Vorname Geist
leuchtet sich und uns im Weltenlichte.

(Zuletzt noch einmal Beräucherung des Sarges - rechts, links, Mitte: )

Zur Erde fallet,
Was irdisch gestaltend;
Zum Geiste wallet,
Was geistig erhaltend.
Ewiges Licht empfange,
Was Geist - geneigt.
Ewiges Leben erlange,
Was Seele gezeigt.

Im Entschwinden erhelle
Die Geist-Seele sich,
Im Verglimmen erquelle
Der Seelen-Geist dich,
Der als Vater trauernd,
Und auch dich,
Die als Mutter trauernd
Hier stehet,
Erdenabschied nehmend,
Geistesgruß von eurem Vorname
In Geistes-Reichen
Einst erhoffend.

Vater unser,
der Du bist in den Himmeln,
Geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
Und vergib uns unsere Schulden,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein
ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
- in Ewigkeit.

Amen!











________________________________________________________

Original Rudolf Steiner, März 1923.
Handlungsanweisungen sinngemäß R. Steiners und gemäß der aktuellen Praxis: FCAG.

* Auch wenn hier die maskuline Form verwendet ist, gilt selbstverständlich alles auch für das andere Geschlecht!!

** Original Steiner = ohne - das aber heute übliche - «Vater unser» am Schluss.

Siehe Text u.a. auch:
GA 345 (1994), S.128-142, handschriftliches Original (Faksimile).

Die Substanzen sind zuvor zu weihen.

Ggf. Beginn mit Bekreuzigung: Siehe Letzte Ölung.

Es kann das bis zur Trostansprache Vorgesehene, im Hause, am Aufbahrungsort
(= Aussegnungsteil), dann das Weitere (= Bestattungsteil) am Grab bzw. an der Verbrennungsstätte/im Feierraum zelebriert werden.














TOTEN-HANDLUNG

Einschub in eine Handlung
(Menschenweihehandlung / Opferfeier)
für den Toten




(Die Feier verläuft wie normal üblich. Vor der Handlung wird gesprochen :)

Diese Handlung wird gehalten
für / im Gedenken an
Vorname, Nachname


(Als Evangelium wird gelesen:)

Mark. 16: Von der Auferstehung Jesu.


(Nach der Kommunion wird eingeschaltet: )

Mit dem Worte dieser Weihehandlung
Senden unsere Seelen zu Dir
O Christus, Du Erwecker der Toten,
Die Gedanken, die sie binden
An die Seele unseres teuren
Vorname, Nachname

Mit dem Opfer, das wir
Vollbringen durften in Deinem Namen
O Christus, Du Führer der Seelen,
Senden unsere Seelen ihr Gebet
Zu Dir, o Vatergott für
unseren teuren
Vorname, Nachname.

Ihm leuchte das Licht der Raumesweiten
In Geisteshöhen,
Ihm töne das Wort der Zeitenfernen
Im Seelenreiche,
Ihm lebe der Geist der Gottesoffenbarung
In Gnadenwelten.

Nimm ihn auf in Deine Kraft
O Vatergott,
Aus Christi Hand,
An der Todespforte,
In Deine Lebenskreise,
Und führe zum Tage ihn,
Dem keine Nacht dunkelt,
Weil ihm leuchtet
Das Licht, das da scheinet
Dem todlosen Leben.










______________________________________________________

Original Rudolf Steiner, März 1923.

Siehe Text u.a. auch:
GA 345 (1994), S. 142-144, handschriftliches Original (Faksimile).

Auch wenn hier die maskuline Form verwendet ist, gilt selbstverständlich alles auch für das andere Geschlecht!














Zur Urnen-Beisetzung



Hat eine Feuerbestattung (Kremation) stattgefunden,
dann wird nach einer kürzeren Zeit die Urne zur Beisetzung freigegeben.
Die Beisetzung der Urne ist kein sakramental-kultischer Akt.
Zur
freien Anregung * mag dienen:



Über dem Urnengrab wird das Kreuz gezogen.

Dann können Worte aus dem Neuen Testament gelesen werden
(die einen Sinnzusammenhang mit dem Geschehen haben, z.B.)
:

1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 15, Vers 35-51 :


Nun mag einer fragen:
Wie wird sich die Auferstehung der Toten vollziehen? Was ist es für ein Leib, den sie dann tragen?
Du Tor, was du auch säen magst, nichts wird zum Leben erweckt, wenn es nicht stirbt. Was du auch säen magst, nie kannst du den Leib säen, der erst werden soll. Du säest nur das nackte Samenkorn, sei es nun des Weizens oder einer andern Feldesfrucht. Doch der Weltengrund gibt dem Korn den lebendigen Leib, wie es seinem göttlichen Willen entspricht, und jedem einzelnen Samenkorne gibt er einen eigenen Lebensleib. Es ist auch kein physischer Leib dem anderen physischen Leibe gleich. Sondern anders ist der physische Leib des Menschen, anders der der Tiere, anders der physische Leib der Vögel, anders der der Fische. Und es gibt übersinnlich-himmli

sche Leiber, und es gibt irdische Leiber. Und eine andere Lichtgestalt haben die übersinnlich-himmlischen, eine andere die irdischen Leiber. Eine andere Lichtgestalt ist die der Sonne, eine andere Lichtgestalt ist die des Mondes, eine andere Lichtgestalt ist die der Sterne, und es unterscheidet sich ein Stern von dem anderen in seiner Lichtgestalt. Ebenso verhält es sich mit der Auferstehung der Toten.
Der Same wird gesät im Reiche der Verweslichkeit, das Leben wird erweckt im Reiche der Unverweslichkeit. Der Same wird gesät im Reiche der Wertlosigkeit, das Leben wird erweckt im Reiche der sich offenbarenden Lichtgestalten. Der Same wird gesät im Reiche der Schwachheit, das Leben wird erweckt im Reiche der Weltenkraft. Der Same, der gesät wird, ist der Seelenleib, das Leben, das erweckt wird, ist der Geistesleib. Wo immer es einen Seelenleib gibt, da wird auch ein Geistesleib sein. So heißt es auch in den heiligen Schriften: Der erste Mensch, Adam, «wurde verkörpert in eine lebentragende Seelenhülle»; der letzte Adam in eine lebenerzeugende Geistgestalt. Aber als Erster wird nicht angezogen der Geistesleib, sondern der Seelenleib, danach der Geistesleib. Der erste Adam hat seine Gestalt aus der Erde als eine irdische, der zweite Adam hat sie aus dem Himmel als eine himmlische. Wie der irdisch gestaltete, so sind alle irdisch gestalteten Menschen; wie der übersinnlich-himmlisch gestaltete, so sind alle übersinnlich-himmlisch gestalteten Menschen. Und so wie wir das Gestaltbild des irdisch gestalteten an uns tragen, so sollen wir auch das

Gestaltbild des übersinnlich-himmlisch gestalteten an uns tragen.
Das spreche ich klar aus, liebe Brüder: Physische Wesen aus Fleisch und Blut können am Reiche Gottes keinen Anteil gewinnen, noch kann das Verwesliche aus sich heraus Anteil gewinnen an der Unverweslichkeit.



........................................................................................................

oder

2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 5, Vers 1-10 & 14-17 :

Wir wissen: Wenn die Behausung zerbricht, in der wir auf Erden wie in einem Zelte wohnen, so haben wir ein Bauwerk aus Gott, eine Behausung, die nicht mit Händen gebaut, sondern ewig ist und den Sphären des Himmels angehört. Darauf ist unsere Sehnsucht und unser Verlangen gerichtet: mit dieser Hütte, die uns aus den geistigen Welten zuteil wird, überkleidet zu werden, damit wir bekleidet und nicht nackt dastehen. Solange wir in dem irdischen Zelte wohnen, haben wir schwer zu ringen: Wir möchten nicht entkleidet, sondern überkleidet werden, das Sterbliche in uns soll ganz in das wahre Leben aufgenommen sein. Der Gott, der uns zu diesem Ziel erschaffen hat, hat uns die Erstlingsgabe des Geistes gegeben.
So sind wir allezeit voller Zuversicht; wir wissen: Solange wir im Leibe leben, sind wir dem Herrn noch ferne.

Wir wandeln noch im Glauben und noch nicht im Schauen. Wir sind aber voller Zuversicht: Lieber möchten wir ohne die Hülle des Leibes sein, wenn wir nur dem Herrn nahe sind. Danach strebt unser Herz: Mögen wir im Leibe sein oder außer Leibes, wir möchten, dass sein Wohlgefallen auf uns ruht. Uns allen ist ja auferlegt, da, wo der Christus sitzt, an der Schwelle der Prüfung ganz und gar offenbar zu werden, damit jeder die Tatenfolgen seines Lebens empfängt, in seine Leiblichkeit eingeprägt, im Guten wie im Bösen. . . .
Die Liebe Christi verpflichtet uns, uns an die Richtschnur zu halten: Ist der Eine für alle gestorben, so sind damit alle gestorben, und er ist für alle gestorben, damit die Lebenden fortan nicht mehr nur für sich selber leben. Ihr Leben ist künftig ein Bestandteil des Lebens dessen, der für sie gestorben und auferstanden ist. So stützt sich denn in Zukunft unser Wissen vom Menschen nicht mehr auf das Physische. Und hätten wird den Christus selbst noch in physischer Gestalt gekannt, so wäre dieses Kennen doch jetzt nicht mehr ausschlaggebend. Wer in Christus ist - die neue Schöpfung beginnt in ihm. Das Alte ist vergangen; siehe ein Neues ist entstanden.
..............................................................





Nach der Versenkung der Urne folgt nun das

Vaterunser

Vater unser,
der Du bist in den Himmeln,
Geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
Und vergib uns unsere Schulden,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein
ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
- in Ewigkeit.
Amen!





Nun erfolgt das Bedecken des Grabes mit Erde.









________________________________________________

Zusammenstellung der Texte / Handlung: VDL.

* Diese Handhabung und diese beiden Evangeliumsstellen haben sich aus der Praxiserfahrung der CG ergeben.
Übersetzung beider Stellen durch Emil Bock.







Hinweise zum Umgang mit dem Toten





HINWEISE ZUM HANDELN
IM UMKREIS DES STERBEKULTUS

Überblick auf das nachtodliche Geschehen



«Man versteht den Menschen erst - sub specie reincarnationis.»
Christian Morgenstern



Um das eigene Handeln mit dem Zustand des Verstorbenen in Einklang zu bringen, sei hier die Situation des Toten - aus anthroposophischer Sicht - direkt nach dem Übergang skizziert:

Der Mensch betritt, indem er durch die Todespforte geht, die geistige Welt, indem er von sich abfallen fühlt alles, was er durch die Sinne des Leibes und durch das Gehirn während des Erdenlebens an Eindrücken und an Seeleninhalten erworben hat.
Die höheren Wesensglieder des Menschen sind aus dem physischen Leib gelöst, aber weil der Astralleib (Seele) nicht wie im Tiefschlaf vom Ätherleib (Lebenskräfteleib) getrennt, sondern mit diesem noch verbunden ist, verliert der Verstorbene zunächst nicht sein Bewusstsein. Der Astralleib kann weiterhin und ohne den physischen Leib sogar viel freier im Ätherleib Bilder schaffen, durch die Bewusstsein entsteht.

Zunächst sieht er sich von einem gewaltigen, lebendigen, aber ganz emotionsfreien Bilder-PANORAMA umgeben, welches ihm ALLE ERLEBNISSE SEINES LEBENS ZUGLEICH zeigt.

Nach etwa DREI TAGEN sind diese Bilder verblasst und er hat damit seinen Lebensleib (Ätherleib) abgelegt.

Der Mensch beginnt nun in gefühlsmäßigem Erleben seine Biographie noch einmal zu durchlaufen, aber nun vom Tode ab rückwärts - RÜCKSCHAU («KAMALOKA», in der kirchlichen Tradition «Fegefeuer» benannt) - und zwar AUS DER PERSPEKTIVE SEINER UMWELT.
Für die Zeit, die EINEM DRITTEL DES ERREICHTEN LEBENSALTERS entspricht, durchlebt er die Wirkungen seines Lebens: Er fühlt jetzt selbst am eigenen Leib, was seine Mitmenschen und seine Umgebung durch sein Tun und Verhalten erlebt haben. Dadurch kann er sich ein objektives Urteil über sein Leben bilden.
Allerdings leidet er im ganzen Verlauf am Verlust seines Körpers und der an ihn gebundenen Empfindungsmöglichkeiten so sehr, wie er im Leben gewohnt war, die jetzt immer noch vorhandenen seelischen Begierden und Leidenschaften in der Befriedigung zu genießen.


Er muss nun in den ERSTEN VIER REGIONEN DIESER SEELENWELT nacheinander,
sein Begehren nach Sinneseindrücken (1. Region), nach Vorstellungen und Gedanken
(2. Region), nach Wünschen (3. Region) und nach Selbstgefühl (4. Region) überwinden,
insofern alle diese sich in dem physischen Organismus und dem körperlichen Dasein begründen und deshalb jetzt nicht mehr möglich sind.

Ebenso muss der Verstorbene in den DREI FOLGENDEN REGIONEN DER OBEREN SEELENWELT die Nichtigkeit des Bestrebens der Erhöhung seines sinnlich orientierten Wohlergehens (5. Region), die Wertlosigkeit der allein tatendurstigen, in der "realen" Sinnenwelt befriedigten Seelenkraft (6. Region) und die Schädlichkeit der Geistes-Art erfahren, die sich nur um die Vermehrung des materiellen Wohlstandes in der Welt bemüht (7. Region).

Diese "Reinigung" öffnet dem Menschen zugleich die Tore zu neuen Welten und Wesen, die er nicht wahrnehmen konnte, solange er noch mit seiner Seele (Astralleib) mit Sehnsüchten, Illusionen und Irrtümern zur Erde gewandt und in die damit verbundenen Leiden verstrickt war.

Er tritt nun in die wiederum vielschichtige GEISTWELT ein und wird dort von allen "URBILDERN" der Erde umgeben.

Hier soll der Gang des Verstorbenen für diesen kurzen Hinblick unterbrochen werden.
In der Regel sind nun einige Jahrzehnte vergangen. (Es wird aber immer mehr Menschen geben, deren jenseitiger Aufenthalt viel kürzer als die früher üblichen Jahrhunderte ist. Rudolf Steiner kündigte Anthroposophen an, dass sie sich zum Ende des 20. Jhdts. wiedersehen.)

Er hat nun erfahren, welche Wirkungen, im Sinne einer ethisch, göttlich-gerechten Weltordnung, das vorangegangene Erdenleben hatte. Es wird während dieses Erlebens die Sehnsucht erzeugt, das nächste Erdenleben zum Ausgleich der vorangegangenen so zu gestalten, wie es diesem Erleben entspricht, um dann mit anderen karmisch verbundenen Menschenseelen und mit Wesenheiten der höhern Hierarchien das kommende Erdenleben im Sinne des Karma zu gestalten.

Für die Verfolgung dieses weiteren Weges bis zur Wiedergeburt sei auf die LITERATURHINWEISE verwiesen.

Aus u.a.: Rudolf Steiner: «Der Tod...», Martin Burckhardt: «Die Erlebnisse nach dem Tod».




Zur Aufbahrung

Idealerweise lässt man dem Verstorbenen DREI TAGE RUHE (s.o.).
Der ätherische "Bilder-Leib" ist noch auf eine zarte, empfindliche Weise mit dem physischen Leib verbunden, die durch jede Bewegung des Leichnams, vor allem durch TRANSPORT gestört wird.

Hinweise für die Aufbahrung: Nach Möglichkeit brennen KERZEN, die so aufgestellt sind, dass kein Schatten auf das Gesicht des Toten fällt. BLUMEN (keine Sonnenblumen) können auf dem Toten verwelken und liegen gelassen werden. Der sich lösende Ätherleib der reinen Blume - ohne Astralität - klingt wohltätig im Gestus mit dem weichenden Ätherleib des Verstorbenen zusammen.

Wird der Tote im Sarg aufgebahrt, bleibt dieser OFFEN und von drei Seiten zugänglich,
die Kopfseite zur Wand.

Das Zimmer soll KÜHL gehalten werden (Trockeneis vom Bestattungsunternehmer).



Zur Totenwache

stehen abseits Stühle und ein Tischchen mit dem Neuen Testament (und ggf. Kondolenzliste/-buch) im Raum.

So weit die Kräfte dafür ausreichen, kann am Sarg gelesen werden. Allerdings ist das Lesen an der Bahre kein VORLESEN, das sich auf den Verstorbenen bezieht! In diesen drei Tagen, solange er das Lebenstableau vor sich hat, will der Verstorbene nicht angesprochen und "abgelenkt" werden.

Wir lesen nicht dem Verstorbenen vor, sondern erkraften unser eigenes Bewusstsein mit dem Evangelium, das einen Hintergrund ewigen Lebens für das "verwehende" Leben des Verstorbenen bildet. Für die verblassenden Lebensbilder seines Tableaus leuchten aus diesem Hintergrund die eigentlichen Lebens-Urbilder auf.

Andererseits können wir die Erinnerungen an sein Leben in uns aufleben lassen, denen er ja jetzt selbst im Erleben der Totalerinnerung hingegeben ist.

Das andere entscheidende Motiv für die Totenwache ist der "Schutz des Leichnams". Innerhalb der Natur und ihrer Elementarreiche ist der menschliche Leichnam etwas ganz und gar Außergewöhnliches: Er ist durch Einwohnung des Geistes verwandelte Materie. Für diese interessieren sich die Elementarwesen, sie würden sich gerne dieser "vergeistigten" Materie bemächtigen, werden aber durch die "An-Wesenheit" des lebendigen Ich-Menschen daran gehindert. Erst nach drei Tagen gehört der Leib der "Mutter Erde" und die Aussegnung kann nun ihre Wirkung voll entfalten.



Zur Aussegnung

Nun ist der Auflösungsprozess des Ätherleibes eingetreten, das bedeutet, dass durch die Verbindung des Astralleibes mit dem Ätherleib ermöglichte Bewusstsein verdämmert. Jetzt erst, im Erlöschen des Bewusstseins, tritt der Tod in seiner vollen Wirklichkeit ein. Die Aussegnung hilft, in diese Dunkelheit eine Orientierung mitzunehmen.



Organspende?

Immer öfter stehen wir vor dem Leid von Menschen, die ohne eine Organspende sterben werden und der Frage von Ärzten an uns, oder nach dem "Hirntod" an unsere Angehörigen, ob wir/der Verstorbene als Spender zur Verfügung stände. Auf dem ersten Blick eine soziale Tat: Die Organe zerfallen ansonsten "nutzlos", ein Leben wird gerettet.
Die Sorge, dass die Angehörigen nicht mehr würdevoll vom Verstorbenen Abschied nehmen könnten, trifft nicht zu: der Leib wird wieder "schön" zusammengenäht, bekleidet, gebettet, so wie sonst auch.
Aber... Ein gewichtiger Gesichtspunkt ist nur aus einer spirituellen, bzw. anthroposophischen Einsicht skizzierbar:
In der Geistigen Welt lebe ich weiter, und zwar befreit von der physischen Leibes-Last.
Mein Leib, meine Organe sind unikal, individuell geprägt und sind zu Lebzeiten lebendige Teile meines Selbst. Durch eine Organspende "lebe" somit "ich" in einem anderen Körper weiter, unter einem anderen Ich, mit ganz anderen Inten-tionen als die, die mich durchdrungen und gebildet haben...
Kann ICH dann unbeschwert "loslassen", wenn "ein Teil von mir" immer noch weiterlebt ?
Und was ist mit den Ätherleibanteilen der Organe, d.h. mit dem "Körperelementarwesen", das zerrissen sich Fremden gewaltsam unter- und einordnen muss ?
Es ist also nun eine weitere Arbeit, eine extra Kraft und Zeit im Geistlande nötig, um diese "Ich-Werkzeuge" und Wesen von meinem Ich-Wirken - das nun nicht mehr von dieser Welt ist - loszulösen, damit das Physische und Ätherische wirklich von mir gelöst und erlöst ist.
Ein weiteres Opfer...! Allerdings wird der Organempfänger sicherlich mit mir in einem karmischen Verhältnis stehen und die Spende wird einen Schicksals-Grund haben, und seine Frucht finden. Denn Opfer ist immer Geschenk und Gewinn.
Fragen ... die rechtzeitig im Leben Antworten finden sollten.
(Man kann auch mit Einschränkungen spenden!)



Feuerbestattung oder Erdbestattung

Wichtig ist, dass die sterblichen Überreste wirklich der Erde übergeben werden und nicht z.B. in einem steinernen oder metallnen Behälter (Urne!) Jahrzehnte unverrottbar isoliert sind.
Rudolf Steiner äußerte, dass der Trend der Zeit immer mehr die Einäscherung in Betracht zieht. Das muss nicht Maßstab sein.

Bei Selbstmord sollte hingegen keine Feuerbestattung gewählt werden; der Verstorbene ist mit dem unfertigen Leben noch so verbunden, dass er den Leib als Orientierungsort braucht, um langsam seinen - karmisch noch nicht vorgesehenen - Tod wahr-zunehmen und zu verarbeiten.

Auch Menschen die zu Lebzeiten ausgeprägte Materialisten und Atheisten waren, "kleben" noch länger an ihrem Leib und Ort, auch hier ist ihnen eine Erdbestattung hilfreicher.

Es wird auch nicht empfohlen die Asche im Wind oder ins Meer zu verstreuen, die "Seele fühlt sich - zunächst noch - bezugslos und wie zerrissen."

Je spiritueller der Verstorbene war, desto weniger spielt - für ihn(!) - Erd- oder Feuerbestattung eine Rolle, er braucht dann seinen Leib nicht mehr zur "Orientierung".

Die Geburt ist ein langer Aufbauprozeß und so kann die Frage sein, ob nicht auch der Tod ein langsamer, harmonischer Abbau- Loslöse-Prozeß sein sollte;
dem käme die Erdbestattung nach, während mit der Feuerbestattung alles Leiblische explosionsartig herausgejagt und zerstört wird.

Ein gewichtiger Gesichtspunkt sind die Wirkungen für die Wesen des Elementarreiches, für "Mutter Erde" !

Für die Elementarwesen ist der vergeistigte Leib des Menschen eine einmalige, sonst nirgends erreichbare und damit wertvolle Nahrung. Indem wir unseren Leib in den Schoß der Erde legen, können wir damit ihnen etwas zurückgeben.

«Ruhe in Friede», werde wieder eingeatmet, einverleibt von Mutter ERde, aus der du hervorgegangen bist, in Harmonie mit der ganzen Schöpfung.

Wir empfehlen die Erdbestattung.

Leider spielen die Kosten und die Grabpflege immer wieder eine Rolle, dem ist nur vorzukommen, indem ich finanziell vorsorge.



Das Vorlesen

Nach den drei Tagen jetzt nach der Bestattung kann nun die "aktive Arbeit" einsetzen.
Rudolf Steiner gibt dafür konkrete Ratschläge, Übungen und Meditationen. (Siehe z.B. die Sprüche im folgenden Kapitel «Wortlaute und Sprüche Rudolf Steiners zur Begleitung des Toten».)

Das Verlebendigen der Erinnerungen, das Heraufrufen bestimmter mit dem Verstorbenen durchlebten Situationen, das Vergegenwärtigen seiner Bewegungen, seiner Gesichtszüge, seiner Stimme und Sprache, vielleicht auch bestimmter von ihm gebrauchter Worte und Wortwendungen schafft die Voraussetzung für das Vorlesen. Das Vorlesen geschieht so, als ob man den Toten vor sich hätte. «Man liest dann nicht laut vor, sondern verfolgt mit Aufmerksamkeit die Gedanken, immer mit dem Gedanken an den Toten: Der Tote steht vor mir. Man braucht kein Buch zu haben, aber man darf nicht in abstrakter Weise denken, sondern muss tatsächlich jeden Gedanken lebendig durchdenken: .. Dieses Vorlesen kann zu jeder Zeit geschehen. ... Oberfläche genügt nicht. Wort für Wort muss man die Sachen durchgehen, wie wenn man es innerlich aufsagen würde. ...
Und es ist auch nicht richtig, wenn man glaubt, dass solches Vorlesen nur denjenigen nützlich sein kann, welche der Geisteswissenschaft im Leben nahe getreten sind.»

Rudolf Steiner, «Okkulte Untersuchungen über das Leben zwischen Tod und neuer Geburt», 10.10.1913, GA 140.


Die spirituellen Seeleninhalte bilden eine geistig-seelische Nahrung für die Toten.

Allerdings kann dies nur dort geschehen, wo der Tote in irgendeinem Zusammenhang, einer persönlichen Begegnung und gegenseitiger Wahrnehmung mit dem Vorlesenden gestanden hat.

Die Muttersprache ist dem Toten in der Zeit des Rückwärtserlebens seines Erdenlebens, also während eines Drittels der Lebenszeit, noch vertraut.



Die Organisation der Bestattung

sollte natürlich möglichst schon zu Lebzeiten mit einem BESTATTUNGSUNTERNEHMER besprochen und festgelegt werden! Von diesem sind auch die je nach (Bundes-)Land und Stadt verschiedenen Vorschriften und Möglichkeiten zur Bestattung zu erfahren.



VDL -

Auszüge und zitiert insbesondere aus «Das Handeln im Umkreis des Todes»
von Debus & Kacer-Bock. Weitere Details und Begründungen finden sich u.a. in folgender )



Literatur

WIR UND UNSERE TOTEN
Arie Boogert, Verlag Urachhaus, ISBN 3-87838-997-3
(Umfassend, aber nur kurz zum Kultus selbst.)

DIE ERLEBNISSE NACH DEM TOD
Martin Burckhardt, Edition Verlag Die Pforte, ISBN 3-85636-118-9
(Darstellung des nachtodlichen Ganges bis zur Wiedergeburt.)

DAS EREIGNIS DES TODES - Zum Umkreis der Bestattung
Johannes Lenz, Verlag Urachhaus, ISBN 3-87838-4939
(Erläuterung des Sterbekultus, insbesondere bezüglich der Handhabung der CG.)

HANDELN IM UMKREIS DES TODES / IM UMKREIS DES TODES
Eine Zusammenstellung. Anfragen bei VDL. Private Kopie!
(Eine Broschüre für erste Fragen, mit den hier angeführten Texten,
1. mit, 2. ohne die Kultustexte der Sterberitualien.)







Der Tod ist schrecklich
oder kann wenigstens schrecklich sein
für den Menschen,
solange er im Leben weilt.
Wenn der Mensch aber durch die Pforte
des Todes gegangen ist
und zurückblickt auf den Tod,
so ist der Tod das schönste Erlebnis,
das überhaupt im menschlichen Kosmos
möglich ist.

Rudolf Steiner, GA 157, S.188










Wortlaute und Sprüche Rudolf Steiners
zur Begleitung des Toten

Eine Auswahl für die Zeit nach der Bestattung
(s.u.a. in «Der Tod die andere Seite des Lebens»)


«Es ist beim Übertritt eines uns lieben Menschen in die andern Welten ganz besonders wichtig, dass wir unsere Gedanken und Gefühle zu ihm senden, ohne dass wir die Vorstellung aufkommen lassen, als wollten wir ihn zurückhaben. Dies Letztere erschwert dem Hingegangenen das Dasein in der Sphäre, in die er einzutreten hat. Nicht das Leid, das wir haben sondern die Liebe, die wir ihm geben, sollen wir in seine Welten senden. ... Werden Sie ganz still in sich dreimal des Tages, wovon das eine Mal unmittelbar am Abend vor dem Einschlafen sein soll, so dass Sie die Gedanken selbst mit hinübernehmen in die geistige Welt. Am besten ist es Sie schlafen mit den Gedanken ein:

Meine Liebe sei den Hüllen,
Die dich jetzt umgeben -
Kühlend alle Wärme,
Wärmend alle Kälte -
Opfernd einverwoben!
Lebe liebgetragen,
Licht beschenkt nach oben!

Es kommt darauf an, dass Sie bei den Worten "Wärme" und "Kälte" die richtigen Gefühle haben. Es sind nicht physische "Wärme" und "Kälte" gemeint, sondern etwas von Gefühlswärme und Gefühlskälte ... Dieses Nichthaben der physischen Organe gleicht - aber eben gleicht nur - dem Gefühle des brennenden Durstes ins Seelische übertragen. .. Und ebenso ist es mit dem, wonach unser Wille verlangt, es zu tun.
Er ist gewohnt, sich physischer Organe zu bedienen und hat sie nicht mehr. Diese "Entbehrung" kommt einem seelischen Kältegefühl gleich.»

Aus einem Brief Rudolf Steiners, 31.12.1905 an Paula Stryczek (s.u.a. GA 264)



Es empfangen Angeloi, Archangeloi, Archai
im Ätherweben
das Schicksalsnetz des N.N.

Es verwesen in Exusiai, Dynamis, Kyriotetes
im Astral-Empfinden des Kosmos
die gerechten Folgen des Erdenlebens des N.N.

Es auferstehen in Thronen, Cherubim, Seraphim
als deren Tatenwesen
die gerechten Ausgestaltungen des Erdenlebens des N.N.

Rudolf Steiner, 4.7.1924 (s.u.a. GA 237)



Fühle, wie wir liebend blicken,
In die Höhen, die dich jetzt
Hin zu andrem Schaffen rufen.
Reiche den verlass'nen Freunden
Deine Kraft aus Geistgebieten.

Höre unsrer Seelen Bitte,
Im Vertraun dir nachgesandt:
Wir bedürfen hier zum Erdenwerk
Starker Kraft aus Geistes-Landen,
Die wir toten Freunden danken.

Eine Hoffnung, uns beglückend,
Ein Verlust, der tief uns schmerzt:
Lass' uns hoffen, dass du ferne-nah
Unverloren unsrem Leben leuchtest
Als ein Seelen-Stern im Geistbereich.

Rudolf Steiner, 5.2.1915 (s.u.a. GA 261)

Geist seiner Seele, wirkender Wächter,
Deine Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Deiner Hut vertrautem Sphärenmenschen,
Dass, mit Deiner Macht geeint,
Unsere Bitte helfend strahle
Der Seele, die sie liebend sucht.

Rudolf Steiner, 10.10.1914 (s.u.a. GA 261)



Deine Seelenaugen mögen schauen
In meiner Gedanken tiefere Kraft
Es ist so mein Wille.
Möge er treffen deinen Willen
In der Kraft des Vaters
In der Gnade des Christus
In dem Lichte des Geistes.

Rudolf Steiner, an W. Scott Pyle nach dem Tode von Edith Maryon



Der Tote spricht:

Ich war mit euch vereint,
Bleibet in mir vereint.
Wir werden zusammen sprechen
In der Sprache des ewigen Seins.
Wir werden tätig sein
Da wo der Taten Ergebnis wirkt.
Wir werden weben im Geiste,
Da wo gewoben werden Menschen-Gedanken
Im Wort des ew'gen Gedanken.

Rudolf Steiner, 11.1.1924 (s.u.a. GA 261)