Allgemeine Kirche,
gleich der Sonne,
Sammelplatz
auserwählter Geister,
freigesprochen
von Sinnentäuschung
- nur Wahrheit schauend
ewig! -
Ihre Zugänge
geöffnet
allen Völkern
- die ganze Menschheit
segnend
und kein Wesen
ausgenommen.
Ja, sie ist
des Menschengeistes
Mutterleib.

Bettina Brentano





Alle freie Religiosität,
die sich in der Zukunft
innerhalb der Menschheit entwickeln wird,
wird darauf beruhen,
dass in jedem Menschen
das Ebenbild der Gottheit
wirklich in unmittelbarer Lebenspraxis,
nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde.
Dann wird es keinen Religionszwang geben können,
dann wird es keinen Religionszwang
zu geben brauchen,
denn dann wird die Begegnung
jedes Menschen mit jedem Menschen
von vornherein eine religiöse Handlung,
ein Sakrament sein,
und niemand wird eine besondere Kirche,
die äußere Einrichtungen
auf dem physischen Plan hat, nötig haben,
das religiöse Leben aufrechtzuerhalten.
Die Kirche kann, wenn sie sich richtig versteht,
nur die eine Absicht haben,
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane,
indem das ganze Leben zum Ausdruck
des Übersinnlichen gemacht wird.

Rudolf Steiner





Alle Christen
sein wahrhaftig geistlichs Stands,
und ist unter ihnen kein Unterschied,
denn des Amts halben allein. ...
Was aus der Tauf krochen ist,
das mag sich ruhmen,
dass es schon
Priester, Bischof und Papst
geweihet sei.

Martin Luther





Richte jede deiner Taten,
jedes deiner Worte so ein,
dass durch dich
in keines Menschen
freien Willensentschluss
eingegriffen wird.

Rudolf Steiner











" FREIE " - Christen ?



FORUM FREIER CHRISTEN ! ?


Gibt es überhaupt "freie" Christen ?
Ja, gibt es überhaupt "freie" Menschen ?

Nicht automatisch!
Wenn wir den Weg zur Freiheit nicht gehen, versinken wir in Abhängigkeit.
Natürlich heißt Freiheit nicht Willkür oder Egoismus...
Im Gegenteil: Freiheit zu ergreifen heißt - zumindestens für den Christen - (wie wir das sehen) sich dem göttlichen Willen, der Harmonie Seiner Schöpfung, der All-Weisheit ein- und unterzuordnen,
jedoch weil JCh es will (nicht weil "Gott" es will, der lässt uns ja eben frei).
Dies beschreibt auch Rudolf Steiner in seinem Werk «Die Philosophie der Freiheit» (s.u. ! ).

Was sind dann meine Prinzipien als "Freier" Christ ?
- Ich anerkenne die Freiheit, den freien Willen, das Recht des Anderen sich frei zu entscheiden und demgemäß handeln zu dürfen.
- Seine Freiheit endet, wo in meine eingegriffen wird.
- Meine Entscheidungsgrundlagen müssen vielfältig sein, damit ich nicht uninformiert, einseitig entscheide oder manipuliert werde.
- Als "freier" Christ will ich frei von einem spezifisch konfessionellen und damit einseitigen Weg sein,
mein Streben ist ein ganzheitliches, überkonfessionelles.
- Ich achte aber alle anderen Weg in toleranter und brüderlicher Weise:

Wir steigen alle den gleichen Berg hinauf, ein jeder auf seinem Weg (mit vielen anderen Weg-[=Glaubens-]genossen), aus unterschiedlichen Richtungen und somit ein jeder mit einer eigenen Perspektive; jedem ist sein Weg auferlegt
- auch wenn es natürlich auch viele Sackgassen gibt... (die zu erkennen wiederum Aufgabe ist).
In Richtung Gipfel werden die einzelnen Wege immer mehr zusammengeführt, bis letztlich wir alle "oben" ankommen und DIE Wahrheit, den einen GOTT, wahr-nehmen, ERkennen...



«So wie es zu den Pfeilern der Dreigliederung gehört,
dass keinem Menschen das Recht zusteht,
über die irdischen Bedürfnisse eines Anderen zu urteilen,
so gilt das auch - und a fortiori! -
für seelische und geistige Bedürfnisse.
'Solange Bedarf an Kultus da ist',
so möchte ich Steiner abwandeln,
'ist dessen Befriedigung gerechtfertigt.'»
(Dieter Brüll)



Viele Wege führen also zu Gott,
weil ein jeder Mensch verschiedenste Möglichkeiten und Bedürfnisse hat!
Deshalb MUSS es die Freiheit der Vielfalt der Wege geben und ist diese Gottgewollt...
Doch
GOTT ist größer als die Wege der Religionen, Konfessionen, Institutionen...
So können wir - müssen nicht ! - uns auch dessen allgemein-menschheitlichem Wirken,
dieser übergeordneten Perspektive öffnen, anschließen
und dabei ALLEN Menschen Wegbrüder, Geschwister sein.
Denn immer mehr dem Gipfel zu, vereinen sich immer mehr Wege, treffe ich mit immer mehr Bergsteigern zusammen ... und mein Überblick wird immer größer...
( Die Logik: Weigere ich mich mit anderen [überkonfessionell, ja interreligiös] zu gehen,
befinde ich mich scheinbar noch nicht so weit "oben"... [?] )


Praktisch
kann ich als "freier" Christ verschiedenste Wege begehen,
ja, meine Wege werden sich wahrscheinlichst mit denen anderer dauernd kreuzen,
(nicht erst "oben") weil ich mich mit Interesse umschaue, nach dem Bruder,
weil mein Interesse kein partielles, egoistisches ist.
( Sind wir dabei nicht alle auf dem Weg nach Emmaus ?? )
JCh allein entscheide aber, was der für mich - momentan - richtige, wichtige Weg ist
(immer mit dem Bewusstsein, dass ich fehlbar bin),
den JCh auf meine Schicksals-Notwendigkeiten und Möglichkeiten abstimmen muss...

So kann ich auch innerhalb einer Konfession / Kirche als "freier" Christ wirken!
Dann werde ich jedoch als «Rater und Helfer» tätig werden, um das Allgemein-Christliche, Übergeordnete einzubringen, um Mündigkeit zu fördern und ein Bewusstsein für Freiheit zu wecken,
um ggf. auch auf andere - mir bekannte - Wege hinzuweisen, oder aber/um damit auch an dieser Weg-Station zu lernen.
Als "freier" Christ, werde ich mich aber nie institutioneller Dogmen unterwerfen,
sondern nur dem, was JCh als wahr erkannt und erfahren habe.

Christus allein
ist es den ICH suche und dem ich nachfolge !


Das «Forum Freier Christen»
ist also eine Suchtruppe,
auf den Spuren eines überkonfessionellen, "freien" Weges,
der unseren individuellen und momentanen Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht.
So haben wir nun - frei - die Aufgabe übernommen,
den Weg den Rudolf Steiner uns mit der «Anthroposophie» beleuchtet,
im Sinne seiner «Philosophie der Freiheit» aufzugreifen.
Auch innerhalb dieser Reisegruppe gibt es verschiedene, eben ganz individuelle Positionen, Stationen
( "DIE Freien Christen" gibt es nicht! )
...geeint unter IHM .













Die zur Wahrheit wandern,
wandern allein,
keiner kann dem andern
Wegbruder sein.

Eine Spanne gehn wir,
scheint es, im Chor . . .
bis zuletzt sich, sehn wir,
jeder verlor.

Selbst der Liebste ringet
irgendwo fern;
doch wer's ganz vollbringet,
siegt sich zum Stern,

schafft, sein selbst Durchchrister,
Neugottesgrund -
und ihn grüßt Geschwister
Ewiger Bund.


Christian Morgenstern






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P.S.:

Begründet findet sich der hier und von uns benutzte Begriff "Freiheit" in
Rudolf Steiners Werk «Die Philosophie der Freiheit» .
( Rudolf Steiner-Verlag, CH-4143 Dornach, ISBN 3-7274-0040-4 )

-> siehe hier Auszüge daraus in: Die Philosophie der Freiheit !!

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-> siehe auch allein oder gemeinsam ? kultisch handeln ?

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= zum F A Z I T

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