E I N E . FAMILIE GOTTES


«Alle Kultformen haben
ihre Berechtigung
und ihre Bedeutung,
und man kann daher jede
in der ihr gemäßen Form
und dem ihr zukommenden Rahmen
durchaus anerkennen.»
Fred Poeppig

«...dass eine geschwisterliche Koexistenz
in 'versöhnter Verschiedenheit'
im Bereich des konkret Möglichen liegt.»
Herbert Vorgrimler

«Heute ist das Ende des Konfessionalismus gekommen,
wenn sich die Kirchen nicht selbst auflösen wollen.»
Vielfalt schließe Einheit doch nicht aus,
meint er und erinnert an die vier Evangelien.
Auch die würden nicht ganz miteinander übereinstimmen.
Gotthold Hasenhüttl



Gibt es wirklich nur "eine allein selig machende Kirche", alle anderen sind sozusagen illegale Kinder, Bastarde, ja sind Formen in denen sich der Gott der alles-umfassenden Liebe - Christus nur sehr eingeschränkt, bzw. garnicht einbringen kann und will... ??
Wer das glaubt, erklärt sich selbst zur Sekte (auch wenn er quantitativ noch so groß sein mag). Und das widerspricht auch den vielen lebendigen und auch geisteswissenschaftlichen Erfahrungen vieler Christen in ganz unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften oder Kirchen.

Warum also so viele verschiedene Wege: Ganz einfach, weil es so viele verschiedene Menschen gibt... So wie eine Mutter sich allen ihren Kinder zuwendet und sie liebt, so verschieden sie auch sein mögen, so Gott allen Seinen Kindern...

So meinen wir, dass das Wirken des Christus nicht mehr nur in einer speziellen Konfession, in einer "allein selig machenden Kirche" gesehen werden kann,
aber dass andererseits ER uns alle brüderlich, in Liebe miteinander sehen will !

Und so wollen wir, als von einer speziellen Kirche unabhängige, Freie Christen auch nicht mehr nur einer speziellen Kirche angehören, sondern alle konstruktiv strebende Christen als unsere Brüder wahrnehmen und tolerieren, unabhängig ihrer konfessionellen Heimat,
und so wollen wir auch, je nach unseren Möglichkeiten und Bedürfnissen, mit ihnen in ihren Konfessionen / Kirchen / Gemeinschaften auch ihre besonderen Perspektiven wahrnehmen und bestimmte Wege auch dort zusammen gehen und genauso sie zu uns einladen.
Die schon von Martin Luther postulierte «Freiheit des Christenmenschen» ist unser Ziel. Das bedeutet, dass wir destruktive, bevormundente, auf Macht oder Monopol bauende Wege nicht gehen wollen,
aber auch, dass wir IHN dort suchen wo wir IHN finden, egal in welcher Kirche - und das sind jeweils ganz individuelle Wege, weil jeder Mensch ein ganz eigenständiges Geschöpf Gottes ist, mit von Ihm gegebenen Bedürfnissen und Möglichkeiten.

Dieser unser Weg ist ein ökumenischer und zugleich urchristlicher,
der aber keine Einheitskirche für alle, sondern viele Kirchen für viele Wege,
weil Gott nicht den Einheitsmenschen geschaffen hat, sondern den individuellen und weil es nicht nur eine einzige Perspektive des unfassbaren Göttlichen gibt;
ein Weg, der jedem seinen individuellen Zugang zur göttlichen Welt akzeptiert (wenn er nicht destruktiv ist), in brüderlichster Toleranz und unter Seiner Liebe von der wir alle umhüllt werden.

Seit Jahrzehnten ist z.B. TAIZE ein leuchtendes Beispiel für gelebte Ökumene und Versöhnung ... siehe : http://www.taize.fr/de/index.htm oder die Gemeinschaft von IONA http://www.kommunitaeten.de/iona.htm ... u.a. .
Der ökumenische Kirchentag in Berlin 2003 war, trotz - oder gerade wegen - der Auseinandersetzung um ein gemeinsames Abendmahl, ein erster Schritt, dass wir die "von oben" verordneten Schranken, die nicht Jesus Christus gegeben hat, durchbrechen und endlich wieder urchristlich, pfingstlich aufeinander zu gehen, dass wir aber auch unsere unterschiedlichen Wege zu IHM hin erkennen und anerkennen und unsere Interessen, unsere Bedürfnisse nach ökumenischer Gemeinschaft unabhängig eines dogmatischen Anspruches "von oben" einbringen und endlich SEINE Botschaft, nämlich: liebet einander, leben ... egal aus welcher Perspektive mein DU IHN nun gerade betrachtet!





Übrigens: "Auch Nicht-Christen sind Menschen (Gottes Geschöpfe) !"
Den Weisheitsschatz von Gottes Offenbarung in den anderen Religionen zu ignorieren oder gar zu verdammen, zeugt nur von eigener Engstirnigkeit und Blindheit... Die Akzeptanz und brüderliche Zuwendung zum DU hört nicht dann auf, wenn dieses in einer anderen Religion lebt! Gerade als Anthroposophen ist uns dieses Geschenk und die Aufgabe einer interreligiösen Zusammenarbeit gegeben: Anthroposophen kommen aus allen Religionen und christlichen Konfessionen, weil eben die Anthroposophie ein überreligiöser Erkenntnis- und Schulungsweg ist.
Somit: «Liebe Deinen Nächsten» und nicht nur wenn er zufällig auch "Christ" ist ...






überkonfessionell, anthroposophisch vertieft ...


Und so wie es zu den Pfeilern der Dreigliederung gehört,
dass keinem Menschen das Recht zusteht,
über die irdischen Bedürfnisse eines Anderen zu urteilen,
so gilt das auch -und a fortioti!-
für seelische und geistige Bedürfnisse.
«Solange Bedarf an Kultus da ist»,
so möchte ich Steiner abwandeln,
«ist dessen Befriedigung gerechtfertigt.»

Dieter Brüll, «Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus»



frei + christlich
anthroposophisch (!?) sakramentales Handeln


Das spezifische unseres Weges, ja unserer Aufgabe - als Anthroposophen - ist die «Freiheit des Christenmenschen» (Luther) zu verwirklichen.
In seinem Werk «Die Philosophie der Freiheit» konkretisiert Rudolf Steiner für die heutige Zeit (ja für noch lange Zeit) die Mission des "freien" Menschen, der aus Erkenntnis des göttlichen Weltenplanes seine moralischen Ziele selbst bestimmt.

( Als "fortgeschrittener Geisteswissenschaftler" hatte Rudolf Steiner ein höheres Erkenntnisniveau als manch einer seiner Kritiker. Das ist ja in jeder Wissenschaft so: als Student muss ich zunächst einmal die Theorien des Professors nach-/mitvollziehen, bis ich sie selbst vollziehen und als richtig erkennen kann. Die Redlichkeit verlangt auch die Selbsterkenntnis, dass leider nicht jedermann Albert Einsteins Niveau erreicht; deshalb werde ich aber dessen Theorien nicht verwerfen, weil mein begrenzter Horizont hier keinen Zutritt ermöglicht, sondern sie erst einmal als Hypothesen stehen lassen. Nicht anders ist es in der Anthroposophie. Rudolf Steiner hat immer aufgefordert seine Angaben selbst zu überprüfen. )

Weil die Freiheit des religiösen Lebens auch für uns maßgebend ist, kann es - gerade für uns als Anthroposophen - auch keine inhaltlichen Vorgaben, Dogmen und auch nicht eine Institutionalisierung Freier Christen und insbesondere schon gar nicht irgendeine Hierarchie geben, höchstens ein Netzwerk, Arbeits- und Wahrnehmungsorgane, Foren, Fragen...
Das beinhaltet natürlich auch und immer, dass sich jedermann mit Gleichgesinnten zusammenfinden kann - wie es ihm beliebt! - um sein, das gemeinsame Christ-Sein zu erfahren, zu leben und auch kultisch zu praktizieren.

So ist auch die «Initiative für ein freies christliches, anthroposophisch sakramentales Handeln» ( siehe Freie christliche AG ) nicht der Verband, etc. der "freien Christen", auch nicht der "freier christlicher" Anthroposophen, sondern ein Impuls, eine Initiative von autonomen, strebenden Individualitäten, die sich miteinander Ziele setzen und zusammen daran arbeiten wollen.
Und so kann und bin letztlich auch für diese Website nur ich (Volker David Lambertz, siehe auch Fragen?) verantwortlich ... so Viele die hier aufgeführten Fragen und Thesen auch mit mir teilen mögen.



Die zur Wahrheit wandern,
wandern allein,
keiner kann dem andern
Wegbruder sein.

Eine Spanne gehn wir,
scheint es, im Chor ...
bis zuletzt sich, sehn wir,
jeder verlor.

Selbst der Liebste ringet
irgendwo fern;
doch wer's ganz vollbringet,
siegt sich zum Stern,

schafft, sein selbst Durchchrister,
Neugottesgrund -
und ihn grüßt Geschwister
Ewiger Bund.

(Christian Morgenstern)




Innerhalb der «Initiativen für ein freies christliches, anthroposophisch sakramentales Handeln» (siehe auch wer - was) haben sich nun seit 1996 freie Christen zusammengefunden, die alle Freiheit in der Anthroposophie Rudolf Steiners (siehe Anthroposophie, Links und Literaturhinweise ) fanden.
Und geht es um einen «spezifisch anthroposophischen» kultischen Weg, bezeichnet Rudolf Steiner den «freien christlichen» als solchen, bzw. als Anknüpfungspunkt und ist dieser für uns als der kultushistorisch zeitgemäße erkannt.

«Anthroposophie als Wissenschaft vom Übersinnlichen und die Anthroposophische Gesellschaft als deren Gemeinschaftsträger sollten nicht an ein bestimmtes Religionsbekenntnis gebunden sein, da die Anthroposophie ihrem Wesen nach interreligiös ist. Auch ihre zentralste Erkenntnis, die Erkenntnis von der Bedeutung des Christus-Geistes für die Menschheits- und Erdenentwicklung, beruht nicht auf derjenigen der christlichen Konfessionen, sondern auf der Einweihungswissenschaft, aus der alle Religionen einmal hervorgegangen sind. In diesem Sinne charakterisiert er (Steiner) es einmal als einen 'Grundnerv' der geisteswissenschaftlichen Forschungsaufgaben, den allen Religionen gemeinsamen übersinnlichen Wahrheitsgehalt herauszuarbeiten und dadurch 'gegenseitiges Verständnis der Einzelnen aus den Initiationen hervorgehenden religiösen Strömungen über die Erde zu bringen'» (Hella Wiesberger, GA 265, S.14. Siehe auch Rudolf Steiner, 23.4.1912, GA 133, S.61ff.)
«So sollen wir auf dem Wege der Anthroposophie ausgehen lernen von der Erkenntnis, uns erheben zur Kunst und endigen in religiöser Innigkeit.» (Rudolf Steiner, GA 257/2.)
«Der Christus hat einmal gesagt: 'Ich bin bei euch bis ans Ende der Erdentage'. Und er ist nicht bloß als ein Toter, er ist als ein Lebender unter uns, und er offenbart sich immer. Und nur diejenigen, die so kurzsichtig sind, dass sie sich vor dieser Offenbarung fürchten, sagen, man solle bei dem bleiben, was immer gegolten hat. Diejenigen aber, die nicht feige sind, wissen, dass der Christus sich immer offenbart.» (Rudolf Steiner, GA 169/2, S.44.)



Einheit heißt also - meiner Meinung - nicht, alle zu einer Einheits-Kirche, zu einem Einheits-Glauben bringen zu wollen. Die Einheit unter Jesus Christus bedeutet brüderliches Miteinander in völliger, liebevoller Akzeptanz der individuellen Wege des DU ...
ja, hier steckt das Geheimnis den Christus im Anderen finden zu sollen, egal welcher Konfession = "Perspektive" er nun gerade angehört...
Liebe Deinen Nächsten wie Dich (Deine Kirche) selbst...


Volker David Lambertz




JCh
bin
Du .





-> weiter im Thema : Netzwerk ?! / Anthroposophie










News


Landesbischof für klare Sprache in der Ökumene

Amorbach, 29.6.2003 (epd). Eine Einheitskirche kann nicht Ziel der Ökumene
sein. Dies hat der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich bei einem
Festgottesdienst zum 750-jährigen Bestehen der Stadt Amorbach (Kreis
Miltenberg) betont. Friedrich bedauerte Forderungen nach einer so genannten
Rückkehr-Ökumene. Die Vorstellung, kirchliche Einheit sei nur um den Preis
der Aufgabe eigenständiger kirchlicher Traditionen möglich, habe keine
Zukunft. Der Landesbischof plädierte stattdessen für das Modell der
versöhnten Verschiedenheit, bei dem keine Seite der anderen ihre
Frömmigkeitsformen aufzwinge.

Quelle: http://www.epd.de/epd_15928.htm



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